Freitag, 19. April 2019

Los jetzt! 19.-22.4.2019


Die letzten Wochen waren mit Bastelarbeiten und Wartung angefüllt. Eine Solarzelle schmückt das Dach und lädt die Batterie und der Autopilot ist eingebaut. 



Dabei war es an dn Bastelwochenenden schon mal zackig kalt.  Der Autopilot ist allerdings nicht der Yaaap, den ich unter Projekte beschrieben habe sondern der Pypilot, viel komplizierter, viel mehr Spielkram. Der muss jetzt richtiggehend kalibriert und, vor allem, verstanden werden. 



Am Vortrag hatte ich noch einen Zahnarzttermin und pünktlich am Abend beginnen wilde Zahnschmerzen, die mich die halbe Nacht kaum schlafen lassen. 
So bin ich dann auch schon ganz früh wach, es puckert immer noch im Zahn, aber ich fahre los.
Diesen unbezahlbaren Moment, in dem ich zum ersten Mal das Segel hisse, den Wind fängt sich, das Boot neigt sich ein bisschen und nimmt Fahrt auf.... Ich zögere diesen kostbaren Moment bis hinter die Brücke Uitwellingerga heraus. Aber dann...
Schrei vor Glück
Mich juckts in den Fingern, die ganze Einstellerei im Kanal anzufangen, aber verkaspere mich eigentlich nur. Wenn ich unter Deck verschwinde, um den Kompass zu kalibrieren, komme ich der Böschung jedes mal gefährlich nah. 


         
Aber tatsächlich kriege ich es irgendwann in den Griff: Ich kann den Autopiloten einen bestimmten Punkt ansteuern lassen, oder einen Kompasskurs segeln lassen. Auf dem Ijsselmeer dann fahre ich mit sehr wenig Wind und lasse mich vom Autopiloten fahren. Der macht viel weniger und vor allem leisere Geräusche als mein altes analoge Teil.

Um am Ende geht das tatsächlich so genau. Das konnte der analoge Autopilot nicht.



Tatsächlich habe ich Zeit und Muße zu kochen, zu lesen und, mein Lieblingsjob, Löcher in die Luft zu gucken.



Löcher in der Luft: Von mir reingeguckt 


Zum Teetrinken bin ich im letzten Jahr auch eher selten gekommen-ich musste ja immer segeln. Autopilot war nicht  


Wie viel die Solarzelle gebracht hat, kann ich gar nicht sagen. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich das Auslesen kann.
Nur stelle ich fest: Ich entferne mich ganz langsam vom Kiss-Prinzip (Keep It Simple Stupid). Ich habe die ganze Zeit auch ein bisschen das Gefühl, total viele Dinge im Blick behalte zu müssen. Naja, vielleicht habe ich bald mal so viel Vertrauen, dass das einfach so mitläuft.

In Enkhuisen treffe ich Klaus und Peter, die Einhandsegler wieder. Klaus hat sich ein neues Boot, eine etap28i gekauft, unsinkbar und mit gigantisch viel Platz unter Deck. Mein Bötchen kommt mir immer mehr vor, wie Camping auf dem Wasser, weniger wie Yachtsegeln.
Wir starten die Jungfernfahrt raus aus dem Hafen, einmal Segel setzen und ein bisschen auf dem Wasser herumstehen. Dann motoren wir zurück.
Ich fuchse mich weiter in die Eigenarten meiner Navigation kalibiriere und versuche. Allerdings muss ich feststellen, dass Abweichungen vom Kompasskurs enorm sind, je nachdem welche Richtung man fährt. Ob das bei den analogen Teilen auch so war? 
Bei der Rückfahrt übergebe ich für eine Stunde an den Autopiloten und er macht seine Sache wirklich gut. 
Die letzte Nacht verbringe ich an der Kruizpole, ich versuche im ruhigen Hafen noch einmal die Kalibrierung zu optimieren, aber die Abweichungen bleiben.



Ein altes astreines Mützchen finde ich dann tatsächlich auch noch. Das hatte ich schon in Afrika dabei 1991.


Auf dem Heeger Meer dann das Ungemach: Die Genua, ok, sie ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, entscheidet sich, an meiner Sommerreise nicht teilzunehmen. Das Achterliek rutscht bei einer Wende nicht auf die Lee-Seite sondern bleibt in der Saling hängen. 
Raaaaaaatsch

Montag, 8. April 2019

Projekt: einen Pinnenpiloten selbst bauen Teil 1

Als ich die Schabernack im Dezember 2013 von Wyk auf Föhr nach Holland überführt habe, habe ich die Vorzüge eines Pinnenpiloten kennengelernt.
Als Einhandsegler muss man mal unter Deck, ausruhen, essen, Toilette. Dann übernimmt der Pinnenpilot die Aufgabe des Rudergängers.

Nun habe ich wohl ein besonderes Talent, die Elektronik dieser Teile zu schrotten. Oder ins Wasser zu werfen.

Autohelm Pinnenpiloten werden im Internet mittlerweile zu Mondpreisen gehandelt, und ein neuer kommt nicht in Frage. Für das Geld fahre ich lieber zwei Wochen in den Urlaub.


Meine erste Idee war es, die Platine eines Autohelm einfach nachzulöten, im Zuge meiner Suche nach den Bauplan kam ich allerdings in Kontakt mit einer Vielzahl von Projekten, die sich in unterschiedlichem Umfang mit einer Selbststeueranlage befassen. Das reicht von der einfachen Kompasssteuerung bis hin zum Autopiloten, der eine vorgegebene Route abfährt, dabei Batterie, Temperatur und Luftdruck im Blick behält.

Dazu muss ich bemerken, dass meine Kenntnisse der Elektrotechnik sehr überschaubar sind.Ich kann einen Bauplan, wenn nötig, schon zusammensetzen, bei Projektbeginn hatte ich von Arduino und h-bridge, brushless und Hallsensoren allerdings überhaupt keine Ahnung. Trotzdem hats geklappt.

Bis jetzt habe ich zwei Stück realisiert:
Das erste heißt  Yaaap (Yet another Arduino Autopilot) https://github.com/FilBip/yaaap von Philippe Leclercq.
Die Lösung ist technisch relativ einfach und wenn man den Fehler im System endlich gefunden hat, auch in weniger als 2 Std. nachzubauen.

Aber von Anfang an: 

Gesteuert wird der Autopilot von einem Arduino, einem kleinen und spottbilligen Microcomputer. Auf den kann man so oft man möchte, Programme aufspielen, zum Beispiel Programme, die einen Autopiloten steuern.
Allerdings: Ich hatte anfangs keine Ahnung, wie ein Programm überhaupt auf den Arduino kommt und so brauchte ich elendig lange, um überhaupt eine Verbindung herzustellen, dann war immer noch nicht geklärt, wie die Software mittels der Arduino IDE hochgeladen wird. Zudem die Arduino IDE, außer der Version 1.8.5. machten, was sie wollten.

Als ich dann endlich in der Lage war, das richtige Programm hochzuladen, wurden die einzelnen Bauteile gelötet (was den Tod eines Arduino mit sich brachte), der Spaß zusammengesteckt und gestartet - aber nichts passiert. Gar nichts. 

Ich habe den ganzen Kram wieder und wieder auseinandergebaut, und wieder zusammen gesteckt. Den Code neu aufgespielt. Nichts. Immerhin konnte ich irgendwann einmal den Arduino dazu bewegen, mir die jeweilige Himmelsrichtung über das Display anzuzeigen, aber der Aktuator bewegte sich keinen Millimeter.

 Dann versuchte den Code zu entschlüsseln, beschaffte mir Literatur und durchforstete das Arduino Forum, auf dem Philippe sein Projekt vorstellt (auch noch auf französisch). 

Die Antwort finde ich tatsächlich filmreif mitten in den Nacht: Als ich versucht habe, den Code zu verstehen, fielen mir die "define"-Befehle auf. Tatsächlich sind das die ersten, die ich auch verstanden hab. Diese Befehle definieren, welcher der Anschlüsse am Arduino welche Funktion übernimmt. Abends, kurz vor dem Einschlafen, grübelte ich noch über das Projekt, oder gegebenenfalls Alternativen nach, falls es mir nicht gelänge, das Teil zum Laufen zu bringen. 
Nur: Irgendwas war mir aufgefallen, was mich störte: Es juckte mir schon den ganzen Tag im Kopf und als mich gerade entspannte und einschlafen wollte, fiel es mir ein, was ich die ganze Zeit mal überprüfen wollte:
Die Verbindungen im Schaltplan (und nach dem hatte ich das Ganze zusammengbaut) stimmten nicht ganz mit den im Code unter "define" beschriebenen überein. Ich verändere also Stecker und nach mehr als 3 Monaten verzweifeltem Hinarbeiten läuft der Yaaap. Ganz einfach so. Tssssst-Tssssst.
Bewegt sich die Kiste nach rechts (also jetzt das Boot) fährt die Aktuatorstange ein und würde das Boot in die gegenrichtung korrogieren. Und andersherum.
Das Ganze mit drei wasserdichten Druckknöpfen in einer wasserdichten Box:



Für den, der es nachbauen will: Es ist wirklich ganz einfach.
Man benötigt:
1 Stk.  Arduino Nano (ca. 7Euro)
1 Stk. Arduino Nano Terminal Adapter (optional), erspart einen Haufen Lötarbeit und schafft solide Schraubverbindung (ca. 6 Euro)

1 Stk. ACS712 Hallsensor (ca. 8 Euro)
1 Stk. Display 16 X 2 (ca.7 Euro)
1 Stk. Konverter 12 V auf 5 V  (ca. 6 Euro)
1 Stk MPU 9260 (ca. 5 Euro)
1Stk. TB6612fng Motortreiber (12 Euro)
1 Tillermotor. Das kann ein Schubstangenmotor aus ebay für 50 Euro sein, aber auch ein Autohelm-Motor mit defekter Elektronik tuts.  

Die Teile sind im wesentlichen in Deutschland bei ebay gekauft, wenn man Zeit genug hat, bestellt man sie in China, dann kosten sie nur noch ein viertel des Preises

1 Wasserdichte Verteilerdose
3 Wasserfeste Drucktaster

1. Arduino Programm (Version 1.8.5!) installieren. Windowsnutzer müssen dann auch noch die zugehörigen Treiber von der Arduinoseite herunterladen und installieren.
Auf der Github-Seite des Projektes (s.o.) das ganze Paket mit allen Bibliotheken und .ino Dateien als zip-Datei herunterladen und entpacken.

Arduino mit Mini-USB-Kabel mit dem PC verbinden. 
Die Datei motor.ino öffnen, alle Bibliotheken und Zusatzprogramme werden mitgeladen.
Unter Werkzeuge den Eintrag "Board" und hier "Arduino Nano" auswählen.
Unter Sketch den Eintrag Hochladen auswählen.  
Nun wird das Programm in Maschinensprache übersetzt und auf den Arduino hochgeladen.

2. Das ganze Gerödel wie folgt zusammenstecken

Das MPU ist praktisch der Kompass, er registriert aber auch die Krängung und die Seitenbeschleunigung in einer Welle. Der muss beim Einbau so angebracht werden, dass die aufgedruckte x-Achse in Fahrtrichtung des Bootes zeigt. 
 
Das hier ist die korrigierte Version mit dem richtigen Anschluss für den ACS712. Die Grafik auf der Internetseite ist falsch. Aber Achtung: Hier ist noch der Arduino pro Mini eingezeichnet. (Den man natürlich auch benutzen kann, das Aufsoüpielen des Programms ist allerdings aufwändiger). Der Nano hat die gekennzeichneten Anschluss zum Teil woanders.

Mittwoch, 3. April 2019

Projekte: Lazybags

Es ist von Anfang an das selbe Gehuddel: Beim Segelbergen liegt der Stoff zuerst einmal quer über das Deck, ich seh nichts mehr oder aber ich turne vor Hafen- und Schleuseneinfahrten auf dem Deck herum um das Großsegel wenigstens so weit aufzuräumen, dass ich in den Hafen fahren kann.

Eine Zeitlang habe ich mit Lazyjacks herumexperimentiert. Beim Segelbergen eine große Hilfe beim Setzen eine Plage: steht man nicht genau im Wind, verheddern sich die Latten in den Schnüren.

Will man im Hafen das Großsegel ordentlich verpacken, um esvor der Sonne zu schützen, stören die Lazyjacks dann richtig, das Baumzelt gar nicht richtig anbringen.

Dann habe ich ein paar mal Lazy-Bags gesehen, und ich dachte mir: "Die will ich haben". Bis ich den Preis gesehen hab. 




Also flugs Stoff gekauft (Wind-Wasser-pipapo-dicht) einen langen Reißverschluss und die Nähmaschine aktiviert.
Ich finde im Internet eine Vielzahl verschiedenster Varianten, mit unterschiedlichen Befestigung am Baum über die Anzahl der Leinen bis hin zu fernbedienbarem Reißverschluss. Reißverschluss hinten offen oder dauerhaft verbunden, Haken und Ösen um die LazyBags während des Segelns einzurollen, wegen der Optik. Ich wähle das KISS-Prinzip ("Keep it simple, Stupid") und entscheide mich für die Variante, in der ich das Unterteil der Tasche mit dem Unterliek des Großsegels zusammen in die Baumnut einziehe. Die Maße habe ich gar nicht gemessen, ich halte mich an die offiziellen Angaben aus dem Prospekt, und an meine Erinnerung. Und kalkuliere  eher ein bisschen größer. 

Ich habe mir im Vorhinein schon Sorgen gemacht, ob das Vorliek überhaupt zusammen mit dem Lazy_Bag-Stoff in die Nut passt. Ein bisschen Silikon beantwortet die Frage sofort: Passt, flutscht, kann sogar ganz einfach korrigiert werden.  

Das Ergebnis:


Es reichen drei Aufhängepunkte




Die Versuche sind tadellos: 
Zufälligerweise sind die Leinen so angeordnet, dass sich die Latten kaum verhängen können, beim Bergen fällt das Segel gleich in die Zickzack-Position.

Jetzt fehlt dann nur noch eine Abdeckung für das Vorliek um den Baum herum.

Projekte: Polsterbezüge

Irgendwann lächeln die Milben mich durch den verschlissenen Bezug des Polsters im Salon an. 
Und morgens tuts Kreuz weh, und die Arme schlafen ein, weil der Schaumstoff so durchgelegen ist. 
Die Konsequenz: Ich muss neuen Schaumstoff besorgen und dann einen Bezug nähen.
Die Schwierigkeit: ich kann nichts vorher ausmessen, da die Außenseite des Polsters der Rundung des Bootes folgt und außerdem im Winkel geschnitten werden muss.
Also wird das Polster ins Auto verfrachtet und zum Abmessen nach Hause gebracht.

Das neue Polster wird ein paar Zentimeter dicker, den Schaumstoff gibts bei ebay.


Da lachen die Milben

neuer Schaumstoff, mit dem langen Küchenmesser in Form geschnitten.
Dass die Rundung hubbelig geworden ist, spielt keine Rolle.


der Stoff ist von IKEA. Das ganze wird per Kappnaht direkt richtig herum zusammengenäht, wenn ich versucht hätte, von links zu nähen, wäre mit Sicherheit was schief gegangen.
 

Samstag, 11. August 2018

Nachklapp

Den Motor auszubauen ist mit vielerlei Erfindungen neuer deutsch-niederländischer Schimpfworten verbunden, am Ende ist das sauschwere Teil aber dann doch im Auto und in meinem Keller.


Der Abbau des Getriebeunterteils ist total einfach: 4 Schrauben und eine Mutter lösen und das Unterteil losruckeln. Das nächste mal wird der Motor nicht mehr ausgebaut, das kann man auch im eingebauten Zustand 



So schlimm verschlissen sieht der Impeller gar nicht aus, der Mitarbeiter im Fachgeschäft meines Vertrauens meint, dass der nach mindestens 5 Jahren ohne Wechsel fällig ist. Jetzt noch die Öle gewechselt und die Ventile kontrolliert.
Und ganz wichtig: Der Wasserstrahl am Motor, der mal läuft und mal nicht, ist ein Kontrollstrahl, der anzeigen soll, ob der Impeller funktioniert. Der blöderweise ab und zu verstopft. Und die Öffnung muss man ab und zu mit einem Draht freipopeln.   


Hilfe hab ich über ein youtube-Video

Donnerstag, 2. August 2018

Über 7000 Brücken musst Du gehn. 2.8.2018

Ich bin unglaublich erleichtert, dass der Motor bis hierhin so gut mitgespielt hat. Ich gönne ihm noch ein Schlückchen Öl und stelle das Standgas etwas niedriger, damit die Gänge nicht so reinhauen.
Dann gehts los. Die Gegend hinter Dokkum ist zunächst etwas zersiedelt, so romantisch, wie am Leuwersmeer wird sie auch nicht mehr.
Die Fahrt durch Leuwaarden ist unter anderem die Fahrt durch den schönsten Yachthafen, den ich kenne und der spektakulärsten Brücke.
  























Danach unterliege ich einem Phämonen, dass ich gut kenne: Ich kann nicht gut aufhören- bis Werga, bis Grouw- bis Sneek.
um 18.00 Uhr  biege ich in meinen Kanal ein, um 18.30 lasse in den Motor leerlaufen.
Dann ist Stille, ich bin zu Hause.
Komisch. 

Sorgen 1.8.2018


Ich rechne und kalkuliere: Wenn es ein kleines bisschen Nordwind gibt, kann ich morgen den Flutstrom nehmen und bis Delfzijl segeln. Und dann den Motor nutzen, dem ich im Moment nicht so viel zumuten will.
Alternativ fahre ich mit den letzten drei Stunden Ebbstrom nach Lauwersoog, dann muss ich aber die ganze Zeit mit dem Motor fahren. Und irgendwie gefällt mir die Vorstellung nicht. Vor meinem geistigen Auge havariere ich, weil der Impeller nicht gewechselt wurde, der Motor einfach stehen bleibt, und ich in the middle of nowhere einfach so rumdümpele. Ohne Wind und ohne Chance irgendwohin zu kommen.
Ich kann fast nicht schlafe und um 5 Uhr habe ich genug: Ich stehe auf und gehe es einfach mal an. Wenns schief geht, habe ich bisher immer eine Lösung gefunden.
Es ist tatsächlich vollkommen windstill und mit mir verlassen noch einige andere Boote den Hafen, alle nehmen Kurs auf das Hubertusgatt.
Und da der Strom schiebt kann ich den Motor im Sparmodus belasten und komme trotzdem auf 6 kn.
Langsam gewinne ich das Vertrauen, dass es vielleicht klappen könnte, der Motor läuft ruhig, spuckt zwar kein Wasser aus der oberen Öffnung, (was ich als verschlissenen Impeller interpretiere) aber er läuft.
Kurz vor der Fahrwassertonne sticht mich dann doch der Hafer: ich kürze ab. Durch die mit "tief genug" gekennzeichneten Gebiete auf meiner Karte, immerhin ist gleich Flut. Und es klappt auch. Ich spare mir einige Seemeilen und hab jederzeit genug Wasser unterm Kiel.
Ich umrunde Schiermonnikoog und denke ein bisschen wehmütig an die Zeit mit Ute und Torsten. Und dass ich diese Insel mit diesem wunderbaren Boot nicht erreichen kann. Zu flach.

Die Hitze hat etwas bleierndes. Kaum Wind, kaum blauer Himmel, die Sicht verschwimmt.
Lauwersoog erreiche ich eine viertel Stunde vor dem Hochwasser, perfektes Timing.
Und gerade in dem Moment, in dem ich am Wartesteiger für die Schleuse anlegen will: GEHT DER MOTOR AUS!!!!!
Wohin mein Herz rutscht, kann ich hier nicht sagen, aber mein zweiter Gedanke ist: "Seit Spiekeroog bin ich 8 std. Motor gefahren." Ein Blick in den Tank: LEER!!! Ich habe es nur durch meine Abkürzung überhaupt bis zum Steiger geschafft. Also flugs ein paar Liter aus dem Reservekanister, der Motor erwacht wieder und dann geht es schon in die Schleuse.
Hier gibts einen enormen Höhenunterschied, die Tide ist ja schon kräftiger als in Kornwerdersend. Ich fahre auf Lauwersmeer, in meinem Hinterkopf spukt dies als möglicher Dauerliegeplatz fürs Boot. 
Und natürlich habe ich die Bilder meiner ersten Tout 2013 im Kopf, als ich hier durchgefahren bin. Und hängenblieb. Ich erkenne die Stelle genau wieder und frag mich nun, wie denn das passieren konnte...


Mein Plan ist es, heute noch bin Dokkum zu fahren, und auf halber Strecke: DIE ILLUB. Torsten hatte ja einen Motorschaden und hat sie dann abschleppen und für den Rest des Jahres dort liegen lassen.




In Dokkum suche ich mir ein Plätzchen weit außerhalb der Stadt, bis ein Vertreter des Hafenmeisters an meinem Boot auftaucht. Ich bin wohl schon im Bereich des Hafens.
Nun, dann fahre ich auch gleich dahin wo es schön ist. Und keine Bande von feierwütigen Jungspunds mir den Abend versauen.
 

Mittwoch, 1. August 2018

Boulevard of broken dreams: Mal wieder Borkum 31.7.18


Angesagt ist "fast kein Wind" und dann eine Gewitterwalze um 17.00 Uhr. Na prima.
Da meine Kalkulation ergibt, dass ich um 11.00 durch den Schluchter kann, lasse ich mir morgens Zeit.
Die jungen Leute auf meinem Nachbarboot haben die Nacht wohl nicht so gut überstanden, ich hatte das Gefühl, dass praktisch ununterbrochen jemand auf Deck stand und die Leinen kontrollierte. Egal, ich bunkere noch Benzin und dann geht, nachdem der Hafenmeister meine Kalkulation mit "Da kommste auch inner Ebbe durch, da stehen 2 Meter Wasser" konterkariert hat, die Fahrt los.
Den Schluchter finde ich diesmal auch auf Anhieb, ich kann gleich Segel setzen und mit raumem Wind rausfahren. Den Motor lasse ich allerdings im Wasser, was mir sofort den Anschiss eines Vermessungsfahrzeuges einbringt, ich müsse den Keil setzen.
Also ziehe ich den Motor hoch und zeige dem Kerl eine Nase.
Die Gewitterwalze ist dann auch recht beeindruckend: Wie eine Brücke zieht sich die von rechts nach links über den blitzblauen Himmel. Und da muss ich unten durch.
Ich entscheide mich, alle Segel runter zu nehmen und dann mal sehen. Mit Motor. Oder so.



Als ich die Front erreiche, ist alles perfekt vorbereitet. Grossegel ist unten, die Genua kann ich in Sekunden runterholen, wenn nötig, Regenklammotten liegen oben und die Schotten sind verrammelt.
Es bleibt harmlos, wennauch spektakulär:
Ein paar Regenschauer, Juist sehe ich nur durch einen Schleier, ein paar 5 Bft-Böhen, das wars schon. Eine halbe Stunde später ist der Himmel wieder strahlend blau. Dafür ist jetzt aber der Wind super.
Ich segele mit zunächst gerefftem Groß und der Genua bis Borkum und dann in die Ems. Und weil der Wind so schön aus NW weht, schiebt er mich schön in die Ems und beschert mir immer noch 3-4 kn über Grund.
Diesmal passe ich bei der Fischerbalje besser auf und versuche auch gar nicht, in Port Henry einzulaufen.
Ich begnüge mich mit dem Bundeshafen eine Einfahrt weiter.
Und weil sich auf den Funk niemand meldet, mach ich an einem der Pontons fest.

 
Abends gehe ich noch spazieren und schaue mir die Gegend zwischen den Häfen an. Es ist der Boulevard of broken dreams



30.7.2018 knallevoll in Norderney


Der Hafenmeister erteilt meiner Idee, 2 Stunden vor Hochwasser auszulaufen eine Absage: "Würde ich nicht riskieren". Und so sehe ich zu, dass ich um 14.28 die Otzumer Balje erreiche.
Ich habe 25 sm vor mir, das erscheint überschaubar.
Der Wind weht auch sehr moderat von schräg hinten, so dass ich fast im Schmetterling bis Norderney komme.


Der Himmel malt noch ein paar phantastische Bilder, fast wie alte Meister holländischer Malerei.



im Gatt liefere ich mir noch ein kleines Rennen mit einer Familienjacht, dann geht die Suche nach einem Liegeplatz los. Ich muss weit im Industriehafen an einem Boot namens "Boot" mit 4 jungen Leuten an Bord festmachen. Die sind, weil wir nun mal an einerSundwand liegen, genauso unbegeistert wie ich, aber wohl zu gut erzogen.

Montag, 30. Juli 2018

Richtung Heimat 29.7.18


Ich kann vor Aufregung schlecht schlafen daher findet meine Abfahrt noch vor den anvisierten 5.00 Uhr statt. 
Daher ist es bei der Abfahrt noch stockdunkel. Ich fahre allerdings nicht alleine, zwei andere Segelyachten machen sich auch auf den Weg.


Die Flut steht seit 3.00 Uhr das ablaufende Wasser Das ablaufende Wasser und der, nicht allzu effektive raume Wind bringen mich schnell auf 6-7- kn.

Trotzdem bin ich nervös: In den letzten Tagen macht sich Spiel an der Pinne bemerkbar und ich mache mir Sorgen um den Motor. Dass ich doch nicht mehr den Impeller getauscht hab, der wäre nämlich fällig gewesen.

Um 9.00 erreiche ich die Leuchttürme und biege Richtung Westen ab. Von nun ab wird es langsam. Der Wind dreht immer mehr auf achterlich, und ich muss gegen die Strömung an. Die ist zwar nicht stark, bremst mich aber doch auf höchsten 3 kn ab.
Das wird knapp, die Otzumer Balje zu erreichen, deswegen werfe ich irgendwann doch den Motor an.

Im Gatt weht dann Wind von 4-5 btf, und ich fahre mit Vollzeug gegenan. Das ist wesentlich zu viel. Bei der erstbesten Gelegenheit berge ich die Segel, und fahre mit Motor. Sehr mühselig, gegen Wind und gegen den einsetzenden Ebbstrom.
Das Einlaufen in die Box gelingt auch nur mit viel Hilfe meiner Nachbarn, allerdings liege ich auch neben einem Riesenschiff und meine Platz ist recht knapp bemessen. 
Man sollte wunderschöne Zeiten nicht versuchen zu wiederholen. Spiekeroog mit Tamara war ein Traum, jetzt ist es leer.
Die Linde, an der wir Blüten gesammelt haben, ist jetzt leer und das Eis der "bunten Kuh" nicht mehr so lecker.
Abends gehe ich noch mal ins Inselkino.

  

Sønderborg 2.9. - 6.9. 2026

  Meine Laune ist nicht die allerbeste, als ich morgens aufwache, die ganze Nacht hat es geregnet, es war windig und ich bin immer wieder au...