Gedser ist in meinen Augen zu trostlos, um länger da zu bleiben, deswegen überrede ich Konstantina weiter zu fahren, ich möchte auf die Inseln, diese Städte hier interessieren mich nicht so sehr. Und nach einer kurzen, heftigen Diskussion gehts dann auch weiter.
Das ist bislang das Schwierige auf dieser Reise. Konstantina kann und will nicht länger fahren, mir gehts hier zu langsam. Ich würde gerne bis in den Limfjord fahren, bei dem Tempo kommen wir kaum in den Belt.
Die Fahrt heute wird bis Nyköbing gehen, da wollen wir durch eine Brücke, die tatsächlich um 15.40 zu letzten mal am Tag öffnet.
Und der Wind steht komplett gegen uns. Zunächst können wir noch einen am-Wind-Kurs segeln, dann wird der Wind zwar schön deutlich, nur leider direkt von vorne. Alle Versuche, ihn ein bisschen für uns zu nutzen, scheitern.
Also mit Motor gegenan und auf die Uhr geguckt.
Wir kommen ganau zur Öffnungszeit und lernen: drei rote Lampen an einer Brücke heißen nicht etwa: Halt-Stopp, sondern: die Südseite hat Vorfahrt.
Wir werden von einer Regenfront gejagt, aber nicht getroffen, dauernd sieht es so aus, als ob wir gleich ins Unwetter geraten, am Ende bleibt nur ein ziemlich fieser Wind. Zwei Tage bleiben wir im Hafen, bis der Wind endlich erträglich wird.
In der Zwischenzeit vervollständige ich das Boot. Schließe den Furunoplotter an und kümmere mich um den Wackelkontakt, der die Backbordhälfte andauernd außer Gefecht setzt. Lege Stromkreise zusammen, die ich dann hoffentlich später irgendwann einmal wieder trenne.
Besorge im örtlichen Bilema zwei runde Leuchten für den Salon, tausche Lampen, die nicht blenden ...
Die Stadt selbst bietet uns nicht viel. Nur eine sensationelle Kneipe, in der hemmungslos geraucht wird und die eine großartige Auswahl an Bieren haben.

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