Sonntag, 6. September 2026

Sønderborg 2.9. - 6.9. 2026


 Meine Laune ist nicht die allerbeste, als ich morgens aufwache, die ganze Nacht hat es geregnet, es war windig und ich bin immer wieder aufgewacht, um nach dem Anker zu sehen. Unter Motor fahre ich aus dem "Fjord" und bin überrascht, Segel setzen zu können.
Drei Boote sind auf meiner Höhe, eine Crew macht vor allem durch Rowdy-Manieren auf sich aufmerksam: Alle anderen Boote werden geschnitten, Vorfahrt ist nur ein theoretischer Begriff.
Wieder setze ich nur das Vorsegel, ich will Abstand halten zu den anderen, allerdings ist Dorma einfach zu schnell.
Innerhalb kürzester Zeit habe ich zwei der Boote eingeholt, mit dem Rüpel tue ich mich schwerer. Jedes Mal, wenn ich durch das Lee überholen will, bremse ich ab, irgendwann klappt es doch.
 
 
Jetzt ist nur sportlich-schnelles Segeln angesagt.
Ich suche mir den Stadthafen vor der Brücke heraus. In den klassischen alten Hafen zu fahren, traue ich mich nicht, am Ende ist da nichts mehr frei und ich müsste wieder durch die Brücke zurück. 
 

Und die öffnet nur einmal pro Stunde.
Die nächsten Tage verbringe ich damit,  eine Schlechtwetterfront abzuwarten. Sehr viel Wind, immer wieder Regen.
 



 
Bei meinen Spaziergängen, bei denen ich dann auch furchtbar nass werde, finde ich eine Windmühle, die in Betrieb zu sein scheint.
 
 
Ich gehe rein und bin überrascht: Ich bin der einzige Besucher. Nur ein paar Mühlenenthusiasten sitzen an einem Klapptisch, das ist gar kein Museum. Trotzdem bekomme ich eine exklusive Führung darf auf die oberste Plattform und lerne das System kennen, mit dem sich die Mühle immer automatisch zum Wind ausrichtet.
 


Ich bekomme von der Stadt kaum etwas mit: Meine Versuche, Ausflüge zu starten enden in wolkenbruchartigem Regen, sogar der Versuch, auf den Hotelturm zu fahren scheitert. Weil ausgebucht.
Am Ende bleibt die Erinnerung an Malte und Gianna, zwei junge Schweizer die mit ihrem Boot gerade aus der Karibik gekommen sind und die nicht genau wissen, wie man denn von hier nach Lelystad kommt. Wir treffen und später noch einmal, trotzdem bleiben alle Kontakte eher oberflächlich.
 

Mittwoch, 2. September 2026

1.9. - 2.9.2026 Dyvig - Eine der schönsten Ankerbuchten Dänemarks?

der Törnführer preist die Ankerbucht recht vollmundig an und so was triggert mich eben. Also nutze ich den Westwind und fahre los. Ich setze nur das Vorsegel, mehr brauche ich nicht und es wird eine wilde Fahrt, nach der das Innere meines Bootes etwas umgeräumt ist und wieder Platz im Geschirrschrank. 

 

 Dänemarks schönste Ankerbucht? Naja, es regnet die ganze Zeit. Das Dinghi bleibt auf Deck und ich versuche, mir vorzustellen, wie das wohl bei schönem Wetter ist.

Um mich herum drei andere Boote, eines scheint tatsächlich schon länger hier zu stehen. Ich werfe meinen Anker in respektvoller Entfernung und starte meine neue Ankerüberwachungsapp. Die funktioniert komplett störungsfrei, kein Fehlalarm.

In der Nacht fängt es an, zu winden, 4 - 5 btf sollen es sein. De Bügelanker ruckt sich keinen Millimeter und am nächsten Morgen hab ich so meine Mühe, den wieder rauszuziehen. 

Dienstag, 1. September 2026

30.8. - 1.9.2026 Bagø

 

Ich überlege hin und her, wohin denn die Reise eigentlich gehen soll. Ich entscheide, während ich schon unterwegs bin, nach Bagø zu fahren, Das ist nicht so weit, ich fahre immerhin erst um 14.30 los.
 
Sonne und Regen wechseln sich ab, ich setze, da ich nur mit Vorsegel fahre, bei Regen das Sonnensegel der Kuchenbude. Das hilft phantastisch.
Nur die Schleife bei Middelfart muss ich den Motor anwerfen, ansonsten geht heute alles per Segel. 
Zwischendurch auch mal recht wild.
 
 
 
In Bagø habe ich meine liebe Not, das Boot in die Box zu bekommen, der Seitenwind versetzt mich doch recht arg. Mit Hilfe der anderen, die kurz zuvor das selbe erlebt haben und einer Manöverleine um die Winsch klappt es dann aber doch ganz maniertlich.
Ich nehme mir einen Tag, um alle Wege der Insel abzulaufen. Ich empfinde sie auf eine ganz spezielle Art als melancholisch. Aber wunderschön.
 
Ein Leuchtturm, auf den man nicht hochkann.
 







 
bei meiner ersten Wanderung werde ich noch tüchtig nass geregnet, erst am Abend werden die Wolken weniger.
 
 
 
 Noch mal Hände voller Brombeeren
 
Man kann immer noch nicht auf den Turm, was für ein Verlust.
 


 
Es ist ein Jammer, aber selbst jetzt muss ich ein bisschen auf die Zeit sehen, Ende September steht der nächste Termin an und ich will wirklich nicht 100km Etmale abspulen müssen.


Fredericia 28.8. - 30.8.2026


 Veilje ist als Stadt so abtörnend, dass ich es vorziehe, den Hafen zu wechseln. Im Regen fahre ich los, im Regen lege ich an. Und dabei habe ich die ganze Zeit Gegenwind, was nun angesichts der Kurse, die ich zu fahren hatte, ein wenig merkwürdig ist.
In Frederica habe ich die Wahl zwischen einem Hafen in der Stadt und einer Marina 2 km weg. 
Ich entscheide mich für ersteres. Die Hafeneinfahrt ist alles andere als einladend, 
 
 
der Hafen selbst so gut wie leer.
Daher erspare ich mir das Gedöns mit der Box und lege gleich mal quer an.
 

Es ist wie im April, Sonne, in der ich spazieren gehe und der ehemaligen Bastion einen Besuch abstatte,  und schauerlichem Regen, der mich stolz auf meine Kuchen bude sein lässt.
 
 
Als ich einer sehr gestressten Familie in einer viel zu kleinen Yacht beim Anlagen helfen will, rutsche ich auf dem glitschigen Steg aus und verstauche mir mein Handgelenk. Und entscheide automatisch, dass morgen keine Weiterfahrt stattfindet. Außerdem bin ich noch mit dem Kopf auf eine erhöhte Leite aufgeschlagen, gottseidank neben den Poller, jetzt tut der Hals ein bisschen weh.
Am dritten Tag vertrödele ich den Morgen und mag mich nicht entscheiden, ob ich weiterfahren oder noch einen Tag bleiben soll.
Die Vorhersage in Meteoblue sieht sehr dramatisch aus, dem Windfinder vertraue ich nur so halb, der ist immer viel zu optimistisch.
Als dann auch noch die Familie auf dem Nachbarboot ausläuft, entscheide ich mich: So doll ist es hier nicht, ich fahre weiter. 
 


 

Freitag, 28. August 2026

Kulturschock Teil 1: Vejle 27.8. - 28.8.2026

 

In Vejle erhoffe ich mir, in einem Marineshop, dessen Katalog doch immerhin über 800 Seiten dick ist, endlich meine beiden wichtigsten Ersatzteile zu finden.
Außerdem muss ich Wäsche waschen und eine Dusche tut auch mal wieder Not. Der Wind ist perfekt, ich brauche beim Start von der Boje nicht einmal den Motor anzuschalten. Ich werfe einfach die Leine los, und als sich das Boot langsam ausrichtet, setze ich das Vorsegel. Obwohl ich das Dinghi hinter mir herziehe, bin ich kaum  einmal langsamer als 5 Knoten.
Aber Vejle? 
 


Der Hafen? Nö. Das ist es nicht.
Der Laden hat keines der Teile, die ich suche, und der Hafen ist so laut, dass ich kaum ein Auge zumache. Die Brücke, und die Boote um mich herum machen einen Heidenlärm. 
 
 

Magisch: Æbelø 26.8.- 27.8.2026

 

Der Wind bietet mir  Æbelø oder Endelavø an, die Entscheidung treffe ich spontan.
Im Schmetterling, jetzt mit Baum, gehts Richtung Æbelø.
 
 
Kurz vor den Ankunft verabschieden sich allerdings die Nieten der Halteöse auf dem Spinnakerbaum, dann sieht das Segel nicht mehr so schön aus. Die Öse wird aber später provisorisch repariert.
 
 
Bei der Ankunft an der besseren, windgeschützten Ankerstelle sind alle drei Ankerbojen, die da gastfreundlich platziert sind, belegt. Macht nichts, ich fahre so weit wie es der Tiefemesser erlaubt, ans Ufer und lege den Anker.
Dann paddele ich los und streife über die Insel. Interessanterweise treffe ich dabei keinen einzigen Menschen.
 
 
 


 






Dafür einen Leuchtturm, der sich in Privatbesitz befindet.
 
 
Obwohl die Insel verlassen aussieht und dem Vernehmen nach renaturiert wird, gibt es gepflegte Wanderwege und irgendwie hat es den Anschein, als würde sogar das Gras ab und zu gemäht. Nur von wem?
 
 
Die Insel wirkt auf mich magisch und mystisch. Überall auf der Insel ist das Meeresrauschen zu hören, aber kein einziges mal ein menschliches Geräusch.
 

 
Als ich zum Boot zurückkomme, stelle ich erfreut fest, dass eine Boje freigeworden ist. Nicht, dass ich meinem Anker nicht vertrauen würde, aber an der Boje schlafe ich wie in Abrahams Schoß.

 


Mittwoch, 26. August 2026

Korshaven 24. - 26.8.2026

 

Jetzt beginnt der zweite Teil der Reise, ab jetzt fahre ich alleine, ab jetzt treffe ich alleine die Entscheidungen, wann ich losfahre, wohin ich fahre, wie weit. Wann und ob ich etwas esse, das ist meine große Freiheit. Aber es wird niemand da sein, dem ich dann sagen kann: "Isses denn nicht zu und zu schön?"
Und davor graust es mir schon ein bisschen. 
Damit es nach dem doch schmucklosen Hafen in Kerteminde mal ein bisschen schön wird, nehme ich als Ziel den Korshaven, schon weil mein Törnführer den als "Naja, da fährt halt jeder hin, aber so doll ist es nun nicht" abtut. Bisher habe ich nur in Häfen und Marinas übernachtet, das Ankern ist bisher zu kurz gekommen.
 
Bis ich den nördlichsten Punkt Fünens erreiche, kreuze ich die gesamte Fahrt über gegenan, dann schläft pünktlich eine Meile vor dem Ende der Wind ein und ich muss doch noch den Motor anwerfen.
Eingangs der Bucht trifft mich der eiskalte Pfefferminzschlag: Ein ganzer Haufen Masten. Die stehen aber, so stellt sich dann später heraus, im Hafen, die Ankerbucht bietet reichlich Platz.
Sonnenuntergang und Mondaufgang bieten ein Schauspiel, für das der Begriff: "magisch" erfunden wurde.
Auf allen Booten stehen die Skipper schweigend und sehen zu. Jeder für sich.
 

 
Den nächsten Tag nutze ich, um die Gegend zu erkunden. Nix besonderes? Das sehe ich anders. Mit dem Schlauchboot fahre ich zum Hafen und wandere los.
 

 
 
 
 
Und immer steht eine Bank da, wo eine Bank stehen muss. Weil man ja insgesamt viel zu wenig aufs Meer guckt. 



Die Meinungen sind allerdings doch wohl verschieden: Unterwegs begegne ich einem Paar, sie ist sehr aufgebracht und mault, dass sie doch jetzt hier nicht eine Stunde lang herumlatscht, das könne er aber gleich mal vergessen. Tja.
 

Eine zweite Nacht gönne ich mir noch an diesem stillen wunderschönen Platz, dann lege ich ab. Und weiß bei Abfahrt nicht, wohin ich will. Auch mal schön

 

Sønderborg 2.9. - 6.9. 2026

  Meine Laune ist nicht die allerbeste, als ich morgens aufwache, die ganze Nacht hat es geregnet, es war windig und ich bin immer wieder au...