Freitag, 14. August 2026

Paradiesische Zustände: Nach Omö 12.8. - 14.8.2026

 

geplant ist, nach Korsör an der Beltbrücke zu fahren, der Druckschalter an der Wasserpumpe hat sich verabschiedet. In Korsör gibt es einen Vetus-Händler, ich hoffe, das Teil da zu bekommen. Komplett ohne Wind fahren wir los. Nach eineinhalb Stunden guckt Konstantina wieder ganz komisch, obwohl es nicht im geringsten schaukelt. Also kürzen wir das Etmal und fahren nach Orö. Konstantina will nach Argersö, ein Blick in den Törnführer sagt mir aber, dass Orö schöner ist, und ob Anton vor 20 Jahren in Argersö mal in einer Kneipe gespielt hat....
Und diese Entscheidung ist richtig.
Orö ist wunderschön, auch ohne Ressort zu sein, ich laufe stundenlang über die Insel, während Konstantina arbeitet, oder auch gemeinsam zu Leuchtturm oder den verwunschen wirkenden Ort.
 



 
Ich laufe auf den höchsten Punkt der Insel (24m) und genieße den Rundblick, vor allem aber die Ruhe. Der Hafen ist verblüffend leer, kaum halbvoll, Hafenkino gibts aber doch reichlich.
 
 
 
Sogar einen Leuchtturm gibt es, der ist allerdings geschlossen.
 
 
Die zwei Tage, die wir in Omö liegen, sind eigentlich viel zu kurz, wäre ich alleine, hätte genug zu lesen dabei... ich würde es hier lange aushalten. Nur bin ich nicht alleine, und kann mir den Wind leider nicht aussuchen. Und der kommt meistens nördlich, deshalb dringe ich auf die Tage, an denen der Wind mal südlich kommt. Dann will ich segeln. 
Und als wir gerade aufbrechen wollen, komme ich ins Gespräch mit einem local, der uns Lundeborg sehr ans Herz legt. Kleiner Hafen, fantastischen Essen, nix drumherum.
Die Fahrt in den Limfjord schminke ich mir ohnehin gerade ab, wir sind dafür viel zu langsam unterwegs.


 
 

Dienstag, 11. August 2026

Vejrö 9.8. - 11.8.2026


 Nach Konstantinas Arbeit sind wir noch auf Femö spazieren gewesen, haben Brombeeren gepflückt und einen Loppis (Garagenflohmarkt, sehr beliebt hier) gesucht und nicht gefunden.
Dann segeln wir bei sehr wenig Wind, der dann auch noch von hinten kommt, los - und natürlich kommen wir kaum vorwärts. Das Ziel war zunächst Omö, aber das vergessen wir dann gleich auch wieder, zu mehr als Vejrö reicht es gerade nicht.
"Menschenleer" soll sie laut Törnführer sein, das trifft es nicht so ganz.
 
 
Der Hafen ist atemberaubend - teuer. Die ganze Insel ist in Privatbesitz, der Eigentümer baut hier ein "Ressort" auf. Alle Häuser sind inzwischen aufgekauft und werden zu Gästehäusern umgebaut, ein Hotel und ein Restaurant gebaut eine Orangerie entsteht, in dem das eigene Gemüse angebaut wird. Sicher toll, aber in ein, zwei Jahren bin ich ganz bestimmt nicht mehr Zielgruppe. 
Das Wetter soll für ein paar Tage umschlagen: Viel Wind und Regen, also entscheiden wir, solange hier zu bleiben. 
 
Trotzdem: die Insel entschleunigt enorm: Niemals in meinem Leben habe ich so viele, so leckere Brombeeren so schnell gepflückt.
 
oder wilde Pflaumen
 

Wir starten die ersten Badeversuche, allerdings traue ich micht nicht: zu kalt
 

Insgesamt frönen wir verstärkt dem Bummelantentum...
 

 ... waschen jede Menge Wäsche und spazieren über die bezaubernde Insel, die ihren Charme sehr bald nicht mehr haben wird.
Am letzten Abend gönnen wir uns noch ein abenteuerlich teures Grillpaket aus dem hafeneigenen Shop, in dem Konstantina mittlerweile fast per Handschlag begrüßt wird. Und das ist dann aber mal so richtig schön.
 
 
Die Insel ist zauberhaft, ruhig und man schwimmt in allersschönsten Obst, das einfach so am Straßenrand wächst. Aber ich fühle mich underdressed, all dieser chi-chi ist nichts für mich.

Samstag, 8. August 2026

Endlich in Dänemark: Femö 8.8.2026

 

Weil ja Samstag ist, muss Konstantina nicht arbeiten und so legen wir recht zügig am Morgen ab. Ein bisschen möchte ich vorankommen und auch in die hübscheren Regionen fahren.
Wir halten Mittags in Guldborg, da gilt es eine Brückenöffnung abzuwarten. Dabei geraten wir in einen Loppis, (Flohmarkt) und in Konstantina erwacht der Sammler- und Jägerinstinkt.
 
Bis Femö müssen wir fast ausschließlich mit dem Motor fahren, was mir ja eigentlich widerstrebt, weil ich ein Segelboot, kein Motorboot habe.
Femö ist schön.
Und auf einmal bin ich im Urlaub.
 


Wir wandern über die Insel, die der Törnführer als "ganz nett" abtut, sammeln am Straßenrand Obst. Eine Autofahrerein hält an, ob wir eine Tüte benötigen würden, das sammelt ja sonst keiner. Es gibt Frühstück mit wilden Pflaumen, Brombeeren und Mirabellen im Müsli.

 
 
Unser Bier trinken wir in einer der ältesten Gasthäuser in Dänemark
 


Ich verfalle in die Erinnerungen an die Familienurlaube, die auch im letzten Jahre gegenwärtig wurden. Im Zuge der Auflösung des Haushaltes meiner Mutter wurden alle Dias gesichtet, es fallen mir Namen wie Tambohuse, Ebeltoft und Odsherred ein. Und auf einmal sind die Gerüche und Geräusche wieder da.
 
Und dann werde ich ein bisschen wehmütig. 

 

Freitag, 7. August 2026

Nyköbing 5.-7.8.2026

 

Gedser ist in meinen Augen zu trostlos, um länger da zu bleiben, deswegen überrede ich Konstantina weiter zu fahren, ich möchte auf die Inseln, diese Städte hier interessieren mich nicht so sehr. Und nach einer kurzen, heftigen Diskussion gehts dann auch weiter. 
Das ist bislang das Schwierige auf dieser Reise. Konstantina kann und will nicht länger fahren, mir gehts hier zu langsam. Ich würde gerne bis in den Limfjord fahren, bei dem Tempo kommen wir kaum in den Belt.
Die Fahrt heute wird bis Nyköbing gehen, da wollen wir durch eine Brücke, die tatsächlich um 15.40 zu letzten mal am Tag öffnet.
Und der Wind steht komplett gegen uns.  Zunächst können wir noch einen am-Wind-Kurs segeln, dann wird der Wind zwar schön deutlich, nur leider direkt von vorne. Alle Versuche, ihn ein bisschen für uns zu nutzen, scheitern.
Also mit Motor gegenan und auf die Uhr geguckt.
 

  Wir kommen ganau zur Öffnungszeit und lernen: drei rote Lampen an einer Brücke heißen nicht etwa: Halt-Stopp, sondern: die Südseite hat Vorfahrt.
 
 
Wir werden von einer Regenfront gejagt, aber nicht getroffen, dauernd sieht es so aus, als ob wir gleich ins Unwetter geraten, am Ende bleibt nur ein ziemlich fieser Wind. Zwei Tage bleiben wir im Hafen, bis der Wind endlich erträglich wird.
 
 
In der Zwischenzeit vervollständige ich das Boot. Schließe den Furunoplotter an und kümmere mich um den Wackelkontakt, der die Backbordhälfte andauernd außer Gefecht setzt. Lege Stromkreise zusammen, die ich dann hoffentlich später irgendwann einmal wieder trenne.
Besorge im örtlichen  Bilema zwei runde Leuchten für den Salon, tausche Lampen, die nicht blenden ...
Die Stadt selbst bietet uns nicht viel. Nur eine sensationelle  Kneipe, in der hemmungslos geraucht wird und die eine großartige Auswahl an Bieren haben.
 





 
 

Dienstag, 4. August 2026

Nach Gedser, 4.8.2026 Die Fahrt, auf der nichts passierte


 Wir haben entschieden, dass Konstantina mit der Fähre von Rostock nach Gedser fahren soll, sie wird im Ort in einem Cafe arbeiten, (mit Frühstücksbuffet), dann einen Bus nach Rostock nehmen, um mit der Fähre überzusetzen.
Ich segele alleine nach Gedser. 
Konstantina schmeißt mich um 8.00 aus dem Bett, überall ist Aufbruch, alle wollen vor dem Regen und den angekündigten Gewittern am Ziel sein.
Also lege ich auch bald los und Konstantina macht sich auf ihre Reise.
 

 Dann passiert nichts mehr.
Bis zur Wende kann ich wieder prima segeln, 6-7 kn sind stressfrei drin, hinter Wende ist erst mal wieder langsam segeln angesagt, dann hole ich die Segel ein und fahre mit Motor durch die Kadettrinne.
Ohne irgendeine Begegnung. Nix.
 
 
Es regnet ziemlich zwischendurch, aber Gewitter gibts keine. Noch im Verkehrstrennungsgebiet merke ich, dass wieder Wind aufkommt, also setze ich wieder das Vorsegel, mehr ist gar nicht nötig und ich komme in angenehmer Geschwindigkeit voran.
Dabei probiere ich auch den Autopiloten aus, der beim Boot dabei war. 
 

Und so sitze ich so vor mich hin, der Autopilot macht sssst-sssst und ich freue mich meines Segelrentnerlebens.
Trinke Kaffee, lese, döse, und gucke ab und zu nach dem Kurs.
Sogar unter Deck gehe ich, weil meine Segelklamotten ziemlich durchnässt sind und mir dann doch kalt wird.
Da kommen die Fleecesachen drunter, dann passt das auch.
Gedser ist immer noch nichtssagend und trist.
Der Hafen hat immer noch riesige Boxen, aber das Anlegen klappt auch alleine ganz gut.
 
nachmittags kommt Konstantina, das mit der Fähre hat problemlos geklappt.
Zwei Boote weiter liegt ein älteres Ehepaar mit einem Motorsegler. Sie haben ein Problem mit falsch liegenden Fallen, die beim Maststellen durch die Saling gezogen wurden.
Wir versuchen, mit unserem Bootshaken die Fallen über die Saling zu ziehen, was tatsächlich auch klappt. Danach haben wir ein paar Schnäpse intus und Konstantina zusätzliche Kontakte in Vesteras.

 
 

Montag, 3. August 2026

Nach Prerow 3.8.2026

 

Die Bedingungen könnten fast nicht besser sein: Leichter bis moderater Ostwind, Sonne und ein simpel zu fahrender Kurs.
Bis zur Südspitze von Hiddensee gehts auch prima, wir folgen einem Fahrwasser, von dem ich nicht so genau weiß, wie ernst ich das nehmen muss, und dann biegen wir nach esten ab.
Der Wind wird immer moderater, leider nicht die Wellen. Je weiter wir uns von Hiddensee entfernen, umso mehr schieben sie von schräg hinten an. Kurs danach ist das dann nur noch wackeln, schlagen und schaukeln im Mast, und wir starten den Motor.  
Erst eine Stunde später wird der Wind wieder spürbar, wir versuchen es erneut, diesmal klappt es sogar im Schmetterling.
 
So sehr ich das auch genieße, Konstantina wird immer blasser um die Nase. Die Welle, schräg von achtern... das kann sie nicht gut. Ich lasse mich einerseits stressen, klar fühle ich mich verantwortlich, möchte ich, dass meine Frau das so schön findet, wie ich, andererseits ist es das, was ich so liebe und was mir so viel Ruhe und Frieden verschafft: Wasser, Sonne, Wind und ein phantastisches Boot. Das keinen Moment so schaukelt, wie Schabernack, schneller ist als ITHAKA und noch unbeeindruckter als Caissa.
Der Wind nimmt ständig weiter zu, und als wir an diesem merkwürdigen Hafen in Prelow ankommen, das was früher mal der Darßer Ort war, haben wir schon locker 4-5 bft.
Glücklicherweise habe ich vorher schon einen Platz im Hafen reserviert, so liegen wir perfekt geschützt mit der Nase im zunehmenden Wind in einer viel zu langen Box.
Wir laufen noch in den Ort, hier waren wir angeblich 2019 schon einmal, als wir auf segelbares Wetter warteten. Ich habe keine Erinnerung.
Aber irgendwas müssen wir machen, Konstantina kann nicht auf der nächsten Etappe, wenn das Wetter auch noch schlecht werden soll, schon wieder so leiden
 

Stalsund - Barhöft 2.8.2026

 

um von Stralsund nach Prerow zu segeln, ist es, vor allem für Konstantina zu weit. Also beschließen wir, nachdem Konstantina fertig gearbeitet hat, bis Barhöft zu fahren, um dann morgen den Sprung nach Prerow zu machen.
Die Fahrt führt genau durchs Fahrwasser, auf das ich nun sehr genau achte. Das ist mal breiter, mal schmaler, mit genügend Konzentration kein Problem.
 

Dann biegt man nach links ab und schon ist man da.
Überraschung: Hier wird an Heckboje angelegt: Also schnell einen Karabiner eingebunden, das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.
Sogar einen kleinen Strand gibt es,
 
... und am nächsten Morgen hilft mir der Hafenmeister ein wichtiges Dokument vom handy auszudrucken, das ich unbedingt an den Notar schicken muss. 
Wieder ein Haken hinter einer der vielen, vielen Dinge, um die ich mich nun nicht mehr kümmern muss.  
  

Sonntag, 2. August 2026

Pause in Stralsund 1.8. 2026

 

Tagesziel ist eigentlich Barhöft, am Ausgang des Peesenstromes, oder, wie er jetzt hier heißt, Strelasund.

Aber soweit kommt es nicht, beim Segeln im Fahrwasser laufen wir auf Grund. Und zwar genau auf der Kante des Fahrwasssers. Ich steige ins Wasser und versuche, mit Hilfe des Motors, das Boot ins Fahrwasser zu drücken. 

Keine Chance.

Erst als die "Peanuts" , die wir schon im Hafen getroffen hatten, ankommen und uns mit einem kleinen, eigentlich viel zu schwachen Außenborder ins Fahrwasser drehen, kommen wir wieder frei.

Konstantina ist von der Stresssituation so genervt, dass sie daran denkt, nach Hause zu fahren.

Wir machen erst einmal Pause in Stralsund. Dann sehen wir weiter.

Der Hafen am Danholm ist überraschend idyllisch...

 

... und dann beschäftigen wir uns noch mit der Kuchenbude, die wir schon eine Weile mit uns herumführen, aber noch nicht benutzt haben.

Ein kostet eine Reihe von Versuchen, bis wir heraus haben, wo was hin gehört, von selbsterklärend keine Spur.

Klappt dann aber doch.


 

Freitag, 31. Juli 2026

Ein kleiner Umweg Greifswald - Puddemin 31.7.2026

 

Aus Greifswald kommen wir zügig weg, eigentlich ist der Plan, heute bis Stralsund zu fahren.

Tatasächlich kommen wir ziemlich gut voran, aber weil wir recht spät losgekommen sind, entscheiden wir, vorher in einen Hafen zu fahren. 

Also fahren wir nach Puddemin, der erstens ein hübscher Hafen sein soll, und in dem zweitens Samstags gegrillt wird.

Also nix wie hin, wir segeln tatsächlich bis kurz vor dem Hafen, erst dann müssen wir den Motor anwerfen.

 

Der Ort selbst: merkwürdig. Ein Ghetto aus reetgedeckten Ferienhäusern. Hier hat sich ein Investor aber mal so richtig ausgetobt.
 

 

Paradiesische Zustände: Nach Omö 12.8. - 14.8.2026

  geplant ist, nach Korsör an der Beltbrücke zu fahren, der Druckschalter an der Wasserpumpe hat sich verabschiedet. In Korsör gibt es einen...