Samstag, 8. August 2026

Endlich in Dänemark: Femö 8.8.2026

 

Weil ja Samstag ist, muss Konstantina nicht arbeiten und so legen wir recht zügig am Morgen ab. Ein bisschen möchte ich vorankommen und auch in die hübscheren Regionen fahren.
Wir halten Mittags in Guldborg, da gilt es eine Brückenöffnung abzuwarten. Dabei geraten wir in einen Loppis, (Flohmarkt) und in Konstantina erwacht der Sammler- und Jägerinstinkt.
 
Bis Femö müssen wir fast ausschließlich mit dem Motor fahren, was mir ja eigentlich widerstrebt, weil ich ein Segelboot, kein Motorboot habe.
Femö ist schön.
Und auf einmal bin ich im Urlaub.
 


Wir wandern über die Insel, die der Törnführer als "ganz nett" abtut, sammeln am Straßenrand Obst. Eine Autofahrerein hält an, ob wir eine Tüte benötigen würden, das sammelt ja sonst keiner. Es gibt Frühstück mit wilden Pflaumen, Brombeeren und Mirabellen im Müsli.

 
 
Unser Bier trinken wir in einer der ältesten Gasthäuser in Dänemark
 


Ich verfalle in die Erinnerungen an die Familienurlaube, die auch im letzten Jahre gegenwärtig wurden. Im Zuge der Auflösung des Haushaltes meiner Mutter wurden alle Dias gesichtet, es fallen mir Namen wie Tambohuse, Ebeltoft und Odsherred ein. Und auf einmal sind die Gerüche und Geräusche wieder da.
 
Und dann werde ich ein bisschen wehmütig. 

 

Freitag, 7. August 2026

Nyköbing 5.-7.8.2026

 

Gedser ist in meinen Augen zu trostlos, um länger da zu bleiben, deswegen überrede ich Konstantina weiter zu fahren, ich möchte auf die Inseln, diese Städte hier interessieren mich nicht so sehr. Und nach einer kurzen, heftigen Diskussion gehts dann auch weiter. 
Das ist bislang das Schwierige auf dieser Reise. Konstantina kann und will nicht länger fahren, mir gehts hier zu langsam. Ich würde gerne bis in den Limfjord fahren, bei dem Tempo kommen wir kaum in den Belt.
Die Fahrt heute wird bis Nyköbing gehen, da wollen wir durch eine Brücke, die tatsächlich um 15.40 zu letzten mal am Tag öffnet.
Und der Wind steht komplett gegen uns.  Zunächst können wir noch einen am-Wind-Kurs segeln, dann wird der Wind zwar schön deutlich, nur leider direkt von vorne. Alle Versuche, ihn ein bisschen für uns zu nutzen, scheitern.
Also mit Motor gegenan und auf die Uhr geguckt.
 

  Wir kommen ganau zur Öffnungszeit und lernen: drei rote Lampen an einer Brücke heißen nicht etwa: Halt-Stopp, sondern: die Südseite hat Vorfahrt.
 
 
Wir werden von einer Regenfront gejagt, aber nicht getroffen, dauernd sieht es so aus, als ob wir gleich ins Unwetter geraten, am Ende bleibt nur ein ziemlich fieser Wind. Zwei Tage bleiben wir im Hafen, bis der Wind endlich erträglich wird.
 
 
In der Zwischenzeit vervollständige ich das Boot. Schließe den Furunoplotter an und kümmere mich um den Wackelkontakt, der die Backbordhälfte andauernd außer Gefecht setzt. Lege Stromkreise zusammen, die ich dann hoffentlich später irgendwann einmal wieder trenne.
Besorge im örtlichen  Bilema zwei runde Leuchten für den Salon, tausche Lampen, die nicht blenden ...
Die Stadt selbst bietet uns nicht viel. Nur eine sensationelle  Kneipe, in der hemmungslos geraucht wird und die eine großartige Auswahl an Bieren haben.
 





 
 

Dienstag, 4. August 2026

Nach Gedser, 4.8.2026 Die Fahrt, auf der nichts passierte


 Wir haben entschieden, dass Konstantina mit der Fähre von Rostock nach Gedser fahren soll, sie wird im Ort in einem Cafe arbeiten, (mit Frühstücksbuffet), dann einen Bus nach Rostock nehmen, um mit der Fähre überzusetzen.
Ich segele alleine nach Gedser. 
Konstantina schmeißt mich um 8.00 aus dem Bett, überall ist Aufbruch, alle wollen vor dem Regen und den angekündigten Gewittern am Ziel sein.
Also lege ich auch bald los und Konstantina macht sich auf ihre Reise.
 

 Dann passiert nichts mehr.
Bis zur Wende kann ich wieder prima segeln, 6-7 kn sind stressfrei drin, hinter Wende ist erst mal wieder langsam segeln angesagt, dann hole ich die Segel ein und fahre mit Motor durch die Kadettrinne.
Ohne irgendeine Begegnung. Nix.
 
 
Es regnet ziemlich zwischendurch, aber Gewitter gibts keine. Noch im Verkehrstrennungsgebiet merke ich, dass wieder Wind aufkommt, also setze ich wieder das Vorsegel, mehr ist gar nicht nötig und ich komme in angenehmer Geschwindigkeit voran.
Dabei probiere ich auch den Autopiloten aus, der beim Boot dabei war. 
 

Und so sitze ich so vor mich hin, der Autopilot macht sssst-sssst und ich freue mich meines Segelrentnerlebens.
Trinke Kaffee, lese, döse, und gucke ab und zu nach dem Kurs.
Sogar unter Deck gehe ich, weil meine Segelklamotten ziemlich durchnässt sind und mir dann doch kalt wird.
Da kommen die Fleecesachen drunter, dann passt das auch.
Gedser ist immer noch nichtssagend und trist.
Der Hafen hat immer noch riesige Boxen, aber das Anlegen klappt auch alleine ganz gut.
 
nachmittags kommt Konstantina, das mit der Fähre hat problemlos geklappt.
Zwei Boote weiter liegt ein älteres Ehepaar mit einem Motorsegler. Sie haben ein Problem mit falsch liegenden Fallen, die beim Maststellen durch die Saling gezogen wurden.
Wir versuchen, mit unserem Bootshaken die Fallen über die Saling zu ziehen, was tatsächlich auch klappt. Danach haben wir ein paar Schnäpse intus und Konstantina zusätzliche Kontakte in Vesteras.

 
 

Montag, 3. August 2026

Nach Prerow 3.8.2026

 

Die Bedingungen könnten fast nicht besser sein: Leichter bis moderater Ostwind, Sonne und ein simpel zu fahrender Kurs.
Bis zur Südspitze von Hiddensee gehts auch prima, wir folgen einem Fahrwasser, von dem ich nicht so genau weiß, wie ernst ich das nehmen muss, und dann biegen wir nach esten ab.
Der Wind wird immer moderater, leider nicht die Wellen. Je weiter wir uns von Hiddensee entfernen, umso mehr schieben sie von schräg hinten an. Kurs danach ist das dann nur noch wackeln, schlagen und schaukeln im Mast, und wir starten den Motor.  
Erst eine Stunde später wird der Wind wieder spürbar, wir versuchen es erneut, diesmal klappt es sogar im Schmetterling.
 
So sehr ich das auch genieße, Konstantina wird immer blasser um die Nase. Die Welle, schräg von achtern... das kann sie nicht gut. Ich lasse mich einerseits stressen, klar fühle ich mich verantwortlich, möchte ich, dass meine Frau das so schön findet, wie ich, andererseits ist es das, was ich so liebe und was mir so viel Ruhe und Frieden verschafft: Wasser, Sonne, Wind und ein phantastisches Boot. Das keinen Moment so schaukelt, wie Schabernack, schneller ist als ITHAKA und noch unbeeindruckter als Caissa.
Der Wind nimmt ständig weiter zu, und als wir an diesem merkwürdigen Hafen in Prelow ankommen, das was früher mal der Darßer Ort war, haben wir schon locker 4-5 bft.
Glücklicherweise habe ich vorher schon einen Platz im Hafen reserviert, so liegen wir perfekt geschützt mit der Nase im zunehmenden Wind in einer viel zu langen Box.
Wir laufen noch in den Ort, hier waren wir angeblich 2019 schon einmal, als wir auf segelbares Wetter warteten. Ich habe keine Erinnerung.
Aber irgendwas müssen wir machen, Konstantina kann nicht auf der nächsten Etappe, wenn das Wetter auch noch schlecht werden soll, schon wieder so leiden
 

Stalsund - Barhöft 2.8.2026

 

um von Stralsund nach Prerow zu segeln, ist es, vor allem für Konstantina zu weit. Also beschließen wir, nachdem Konstantina fertig gearbeitet hat, bis Barhöft zu fahren, um dann morgen den Sprung nach Prerow zu machen.
Die Fahrt führt genau durchs Fahrwasser, auf das ich nun sehr genau achte. Das ist mal breiter, mal schmaler, mit genügend Konzentration kein Problem.
 

Dann biegt man nach links ab und schon ist man da.
Überraschung: Hier wird an Heckboje angelegt: Also schnell einen Karabiner eingebunden, das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.
Sogar einen kleinen Strand gibt es,
 
... und am nächsten Morgen hilft mir der Hafenmeister ein wichtiges Dokument vom handy auszudrucken, das ich unbedingt an den Notar schicken muss. 
Wieder ein Haken hinter einer der vielen, vielen Dinge, um die ich mich nun nicht mehr kümmern muss.  
  

Sonntag, 2. August 2026

Pause in Stralsund 1.8. 2026

 

Tagesziel ist eigentlich Barhöft, am Ausgang des Peesenstromes, oder, wie er jetzt hier heißt, Strelasund.

Aber soweit kommt es nicht, beim Segeln im Fahrwasser laufen wir auf Grund. Und zwar genau auf der Kante des Fahrwasssers. Ich steige ins Wasser und versuche, mit Hilfe des Motors, das Boot ins Fahrwasser zu drücken. 

Keine Chance.

Erst als die "Peanuts" , die wir schon im Hafen getroffen hatten, ankommen und uns mit einem kleinen, eigentlich viel zu schwachen Außenborder ins Fahrwasser drehen, kommen wir wieder frei.

Konstantina ist von der Stresssituation so genervt, dass sie daran denkt, nach Hause zu fahren.

Wir machen erst einmal Pause in Stralsund. Dann sehen wir weiter.

Der Hafen am Danholm ist überraschend idyllisch...

 

... und dann beschäftigen wir uns noch mit der Kuchenbude, die wir schon eine Weile mit uns herumführen, aber noch nicht benutzt haben.

Ein kostet eine Reihe von Versuchen, bis wir heraus haben, wo was hin gehört, von selbsterklärend keine Spur.

Klappt dann aber doch.


 

Freitag, 31. Juli 2026

Ein kleiner Umweg Greifswald - Puddemin 31.7.2026

 

Aus Greifswald kommen wir zügig weg, eigentlich ist der Plan, heute bis Stralsund zu fahren.

Tatasächlich kommen wir ziemlich gut voran, aber weil wir recht spät losgekommen sind, entscheiden wir, vorher in einen Hafen zu fahren. 

Also fahren wir nach Puddemin, der erstens ein hübscher Hafen sein soll, und in dem zweitens Samstags gegrillt wird.

Also nix wie hin, wir segeln tatsächlich bis kurz vor dem Hafen, erst dann müssen wir den Motor anwerfen.

 

Der Ort selbst: merkwürdig. Ein Ghetto aus reetgedeckten Ferienhäusern. Hier hat sich ein Investor aber mal so richtig ausgetobt.
 

 

Nach Greifswald 29.-31.7.2026


 Konstantina scheut sich nun mal vor langen Segeltagen, außerdem kommen wir immer erst gegen 14.00 weg. Heute soll uns der Tag nach Greifswald bringen, denn erstens ist es eine gute Halbtagesetappe Richtung Stralsund, außerdem gibt es bei Kleinanzeigen eine Kompressor-Kühlbox dort zu kaufen, die brauchen wir, weil uns reihenweise die Milch und der Joghurt kaputtgehen. Und kaltes Wasser ist auch kein unmöglicher Luxus.
Raus aus dem Peenestrom geht es noch langsam aber stetig unter Segel, dann schläft der Wind komplett ein. Und die Mücken werden immer lästiger.
Dann werfen wir den Motor an und  touren ein Weilchwen. Ich bin dabei feige und halte mich ans Fahrwasser, obwohl die Karte tiefes Wasser rund um das Fahrwasser ausweist.
 

Nach einiger Zeit bemerken wir, dass das Wasser sich wieder krisselt. Auf dem westichen und dem südwestlichen Kurs geht Dorma auf einmal ab, wie Schmitz' Katze. 6-7 kn bei doch eher schwächlichen Wind. Sensationell. Dabei komme ich nur an die Pinne, wenn andere Boote in der Nähe sind, alles andere segelt Konstantina.
 
Weil sich der Hafenführer sehr bedeckt hält, was die Häfen in Greifswald angeht, klemmt sich Konstantina ans Internet und sucht Häfen: Yachtclub Greifswald unterhält einen netten Hafen direkt an der Einfahrt, noch vor der Brücke, die zwar ein technischen Museumsstück ist, aber trotzdem nur 1 mal pro Stunde öffnet.
 

 




 Der nächste Tag ist entsetzlich heiß, trotzdem mache ich mich auf den Weg, die Box zu holen. Hin fahre ich mit dem Bus und dem Bollerwagen, zurück bringt mich die mitleidige Verkäuferin mit dem Auto.
 
... und endlich schmilzt die Butter nicht mehr weg und kaltes Bier ist auch lecker.
Der Bilge als Kühlschrank traue ich nicht recht über den Weg, ich weiß nicht, wie trocken die auf Dauer ist, außerdem meint Konstantina, da riechts drin.
Der Abend versöhnt mit einem waschechten Sturm und einem kühlenden Regen. 
Von Greifswald selbst haben wir nicht viel mitbekommen - zu heiß
 
 
 

Dienstag, 28. Juli 2026

Endlich segeln! Wolgast-Freest 28.- 29.7.2026

 

Es sind nur ein paar Kilometer, aber da wir wegen der späten Brückenöffnungszeit erst im 17.00 los können, nehmen wir uns auch gar nicht so viel vor.
Aber: Wir segeln!
 
Die Rollreffanlage habe ich erst einmal auf die richtige (die Backbordseite) umgebaut, da gehört sie laut Manual auch hin. Ich glaube eben an Gebrauchsanleitungen.
Und sie läuft komplett problemlos.
 

 
 


Der Hafen, den Christian uns so dringend anempfohlen hat, ist sicher sehr idyllisch, dafür müssen wir alle Register der Mückenabwehr ziehen. Und ganz so billig, wie versprochen, ist er auch nicht, im Gegenteil.
Abends gehen Konstantina und ich noch auf ein schnelles, kühlen Bier - und versacken hoffnungslos in der Hafentaverne in Plauderei mit den anderen Gästen und dem Wirt, der uns seine Mohnsamen- und Brennnessel-soßen probieren lässt. Auf einmal ist es 1:00 und der Heimweg doppelt so weit, wie der Hinweg. Und dabei habe ich doch nur nachgefragt, ob es noch ein schnelles Bier gibt...
 
Am nächsten Morgen stehen die (Club)Hafenmeisterinnen recht ungeduldig am Boot, wir sind denen nicht schnell genug weg. Konstantina muss ja noch arbeiten, ich versuche, das Durcheinander im Boot weiter zu beseitigen.
Tanken wollen wir auch noch, es gäbe eine unschlagbar billige Diesltankstelle im Hafen.
Es dauert eine Ewigkeit, bis ich den Mitarbeiter ausfindig machen kann, der die Tanke bedient, und 2,48 / Liter ist schon einstolzer Preis. Aber immerhin haben wir nur 10 Liter verbraucht. Über 140 km. Sensationell. 
 

Alles auf Anfang... 19.7.-28.7.2026 Malchin bis Wolgast

 Dorma, die 2.



Ich habe gehadert, geplant, umgeplant, die Entscheidung kam zögerlich: Ich werde meine Beziehung mit Caissa beenden.
Inzwischen hatte eigentlich alles ganz gut ausgesehen: Die Unarten habe ich ihr ausgetrieben, segeln tut sie mittlerweile richtig gut, sie ist trocken… aber ich kann nicht in ihr stehen, die Koje ist zu kurz. 

Als ich dann mit einer schönen Abfindung in die Rente gehe, wird aus dem „nur mal gucken“ eine ernst Suche nach einem passenden Ersatz.
Stehhöhe ist Mindestvoraussetzung, nicht zu viel Tiefgang und stabil. Wieder krieche ich durch Backskisten, Konstantina ist als Schimmeldetektor dabei. Ich fahre nach Kiel, Niederlande, DDR, besichtige Bianca 27, Delphin 66s, Rival 32s, Westerlys. Mehr als einmal dreht sich Konstantina im Niedergang um und weigert sich, überhaupt weiterzugehen, so sehr schimmelt es. Den Vogel schießt das Innere einer Westerly Pentland ab, bei der sogar ich Atembekemmung bekomme. 

Endlich werden wir am Kummerower See fündig.

Eine Marieholm fortissimo 33, eines von den Booten, die eigentlich über meinem Niveau liegt. 

Sauber, gepflegt, Stehhöhe. In der Ausstattung nicht ganz auf der Höhe, aber einiges kann ich noch beisteuern aus meinem Fundus. Wir segeln bei viel Wind Probe und ich bin begeistert.
Und meine Abfindung ist weg.
Das kleine Problem: Das Boot muss irgendwie an die Ostsee, da kommt man aber nicht mit stehendem Mast hin. Also muss der Mast vor Ort gelegt und dann am Ende der Peene wieder gestellt werden.

Zuerst prügele ich meinen armen Smart 1800 km von zu Hause nach Sneek, lade allen Kram, den ich mitnehmen möchte, auf, plus einen Großteil der Klamotten in den Anhänger, dann gehts weiter nach Kummerow, abladen, dann wieder nach Hause.
Eine Woche später fahren Konstantina und ich mit der Bahn von Köln nach Malchin, jetzt wird es ernst. Das erste Ablegemanöver aus dem kleinen Clubhafen, in dem Dorma bisher lag, zu dem Industriehafen, in dem der Mast gelegt werden soll, ist schon sehr aufregend, klappt aber erstaunlich gut.

Den Mast legen wir mit des Besitzers eigenem Kran, dann soll es 100 km lang die Peene hinuntergehen, dann, so der Plan, biegen wir nach Kröslin ab, da empfiehlt uns Christian eine Werft, die den Mast sauber und fachmännisch wieder hinstellt. Das traue ich mich beim ersten mal nicht selbst.

19. Juli Malchin-Demmin
Erst mal ausschlafen, dann legen wir aus dem Industriehafen, in dem wir eine Nacht unerlaubt gelegen haben, ab. Aufregung pur. Das Wetter ist solala, eher sehr windig. Das erste Ablegen klappt 1a, Christian hat mir gezeigt, wie man das Schiff bei hart auf Backbord gelegtem Ruder nur durch Gas vor und zurück auf der Stelle drehen kann.



 

 

 Über den Kummerower See, vorbei gehts hinein in das, was die Leute hier „Amazonas“ nennen. 

Der erste Tag bringt uns, auch weil das Wetter nur halbgut ist, bis nach Demmin. Wobei ich von der Karte überrascht werde. Die Kilometerangaben der Karte haben so gar nichts mit den Kilometrschildern am Fluss zu tun. 

Auflösung: Der Autor meint, dass die Kilometrierung am Fluss falsch sei und schreibt in die Karte ganz einfach mal seine eigenen Messungen rein. WIe man sich jetzt orientieren soll, bleibt ein Rätsel. 

In Demmin traue ich mich nicht, in den Hafen rein zu fahren, der Mast steht vorne und hinten einen Meter über, davei vorne ziemlich tief runter… Da muss ich erst mal üben.
Der Hafenmeister ist jetzt aber erst einmal mit den Enkeln essen, außerdem ist heute abend Fußball. WM Endspiel. Dann guckt er abends noch ml in der Marina vorbei.
Guckt er nicht.

20. Juli Demmin-Loitz

Während Konstantina morgens arbeitet, gehe ich im nahegelegenden KODI Zeug einkaufen, von der IKEA-Klammer bis hin zur Butterdose. Kleinkram der einfach fehlt. Und weil das Wetter so gar nicht besser wird, kommen wir nur bis Loitz. Ist aber auch nicht so schlimm, Loitz ist schöner, auf eine merkwürdige Art. Vergammelte DDR direkt neben liebevoll restaurierter Häuser. 

 

Und wir werden völlig überrascht, als wir zum essen in ein HeimaRt [sic!] Restaurant einkehren. Die erste Soljanka meines Lebens… der Hammer. Konstantina ist nicht begeistert, sie schwört, die Kellnerin hätte mit mir geflirtet.

 


21.Juli Loitz - Stolpe

Ich verliere das Zeitgefühl, das ist ein gutes Zeichen, dass ich im Urlaubsmodus ankomme.
Wir fahren weiter, nachdem Konstantina ihren halben Arbeitstag erledigt hat. Es soll bis Jarmen gehen, das wäre die gemütliche Version. Hier soll es, laut meinem Revierführer einen Anleger geben. Naja, der Revierführer ist von 2012. Den Anleger gibt es nicht mehr, alles Baustelle unter eine Autobahn, nö, dann fahren wir lieber noch ein Stündchen. Konstantina ist sicher: in Stolpe, dem nächsten Wasserwanderplatz, können wir nicht anlegen.
Als wir da ankommen, zögern wir etwas, der Außenanleger ist frei, wir legen ein 1a-Manöver hin. Sofort kommen 
1. ein kleines Mädchen
2. Typen auf der Bank sitzend,
3. ein Hausmeistertyp aus einem offiziell wirkenden Kabuff an und erzählen uns, dass das total verboten ist.



Ich lasse mich beeindrucken, und fahre in den (sehr engen) Hafen. Konstantina: 
Όχι! Ich : „Doch“
Wir entern den Hafen, finden eine Box und fahren schnurstracks rein.
Schon steht der Hafenmeister auf der Matte und diskutiert in breitestem Brandenburgisch mit Konstantina. Es ist ein bisschen schwierig in der Box, weil morgen alle Hausboote raus- und reinfahren, da ist unser Mast, der ja ins Fahrwasser steht, hochgefährdet. Wir können natürlich eine Sondergenehmigung für den Außenanleger bekommen. 
Also wieder raus und einen zweiten (perfekten) Anleger. Und der Hausmeister kriegt auf den Sack.
Wir bleiben auch noch eine zweite Nacht, weil der Ort so hübsch und das Wetter so mies ist. 

 




Am zweiten Tag fahren wir rückwärts in die Box, im zweiten Anlauf klappt das perfekt.



23.Juli. Stolpe - Karnin
Als Konstantina ihre tägliche Lohnsklaverei hinter sich gebracht hat, legen wir wieder ab. Die Brückenzeiten in Anklam sind völlig chaotisch: Mein Törnführer von 2012 sagt etwas anders als die Schilder vor Ort, etwas anderes als die Internetseite. Wir machen eine kurze Pause, aber bleiben wollen wir hier nicht. 


Wir biegen auf den Peenestrom ab und suchen den Hafen in Karnin. Hier war ich schon mal, zumindest in der Nähe. Konstantina möchte nicht mehr nordwärts fahren, der nächste Hafen ist zu weit.
Das Anlegemanöver ist das schwächste bisher. Ich muss rückwärts in die Box, bei starkem Seitenwind, das schaffe ich mit Ach und Krach und viel Hilfe. Immerhin ist nix kaputt gegangen.
Die Hafensmeisterin, gleichzeitig Besitzerin der örtlichen Pommesbude, ist das Abziehbild einer unfreundlichen DDR-Motzbürgerin. Die ganze Wut über die Welt im allgemeinen und die Segler im Besonderen ist greifbar. „Platz?“ „Name?“ „Nä, der vom Boot interessiert mich nicht“ „Keine Karte, nur Bar“. Jeder Versuch, Freundlichkeit zu erzeugen, scheitert.

Es gibt kein Foto, sorry

24. Juli Karnin - Rankwitz
weiter gehts nach Rankwitz. Wieder ein kurzer Sprung, nur 2-3 std. Motoren, dann reichts für heute. Wir kommen in Rankwitz an, hier war ich aber schon mal. 

2012 mit Marion. Haben in der Strandliege gegammelt und die Füße hochgelegt. Die Pommesbude, an der ich zu Zeiten meine jährlich Fischmalzeit zu mir genommen hatte: Heute ein schniekes Fischrestaurant.  



25. - 28. Juli. Rankwitz - Wolgast
Ein bisschen gehts den Bojen entlang, alles kein großes Problem. In Wolgast wollen wir Pause machen. Ein Eiscafe, ein bisschen herumbummeln. Wir finden einen netten Platz im nicht so schönen Stadthafen, können endlich seitlich anlegen. Keine Box mit dem liegenden Mast.
Wir strolchen durch den Ort, wieder einmal, ich treffe abends den Hafenmeister, klar stellen die auch hier Masten: „Montag nachmittag, super machen wir.“ Hurra, Ich muss nicht mehr in die „Marina Kröslin“.

Obwohl es ziemlich windig ist, legen wir Montag nachmittag gleich los. Der Mast wird nicht nur einfach so wieder aufgestellt, erst einmal wird er komplett runtergenommen, aufgeräumt und dann wieder aufs Boot gestellt.




Dann endlich ist es wieder ein Segelboot

Wir lassen uns noch einen Tag Zeit, die Segel anzuschlagen und das schlimmste Chaos unter Deck zu beseitgen: Durch die Segel und den Lazybag waren Stauraum und Kartentisch blockiert, überall stand Zeug rum und an das meiste kamen wir nicht dran.

Ich mache wunderliche Entdeckungen: Notfallfackel von 1978 und einen Feuerlöscher immerhin aus den 1990ern
 


 







Endlich in Dänemark: Femö 8.8.2026

  Weil ja Samstag ist, muss Konstantina nicht arbeiten und so legen wir recht zügig am Morgen ab. Ein bisschen möchte ich vorankommen und au...