Schiermonnikoog und ich, das ist ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits wurde die Insel mal zum schönsten Ort der Niederlande gewählt, was ganz sicher seine Berechtigung hat, andererseits hab ich bei der Ausfahrt aus dem Hafen eine der schlimmste Niederlagen meines Seglerlebens erlitten. 2015 habe ich hier mal eine neue Fahrrinne mit dem Kiel gezogen.
Abgesehen davon habe ich keine wirklich konkrete visuelle Erinnerung mehr an die Insel.
Die Anfahrt ist mit mit einem Boot, das 40 cm weniger Tiefgang hat als die Schabernack, ein Klacks. QuickTide hat ausgerechnet, ab wann ich ins Fahrwasser kann, und diesmal nehme ich die Tonnen und die Zeiten sehr genau und sehr ernst. Und habe zu jeder Zeit mindestens 40 cm Wasser unter dem Kiel. Leider verweigert mir seit genau heute früh das Tablet seinen Dienst für die Navigation, die Einrichtung des Raspberry mit Openplotter braucht ein paar Minuten. Und was mir der dann an Daten anliefert, isses dann auch nicht. Das ist aber auch egal, das Fahrwasser ist nicht schwer zu finden.
Ok, es gibt zwei Leuchttürme, einen roten und einen weißen. Auf keinen der beiden kann man hochsteigen.
Eigentlich gibt es auf der Insel nur den Ort, der sicher eine gute Mischung aus mondän und pittoresk ist,
jede Menge "Landschaft" die wir nicht sehen, weil einfach keine Zeit ist und reetgedeckte Häuser in den Dünen, die meinen ungebremsten Sozialneid wecken.
Und während wir noch Pläne machen, bekommt Konstantina morgens um 7.00 beim Muschelsuchen im Watt die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist. Sie muss nach Athen. Wir müssen zurück.
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