Ich habe jetzt noch ein paar Tage Zeit, ich muss das Elektrikproblem lösen und die Stopfbuchse dicht bekommen. Sonst kann ich nicht beruhigt nach Hause fahren. Und wenn das Boot dafür aus dem Wasser muss!
Die Lösung für einen Teil des des Elektrikproblemes träume ich tatsächlich: mitten in der Nacht im Hafen wache ich auf, ich habe die Lösung!
Ich habe nämlich drei "intelligente Systeme"
- das Solarladegerät,
- das Landstromladegerät
- das Batteriekopplungsgerät, das immer dann die Batterien verbindet, wenn eine der beiden Batterien geladen wird. Egal ob per Landstrom, per Solar oder Lichtmaschine.
Und irgendwie kommen sich diese Intelligenzbestien in den Weg. Das Landstromladegerät misst dann einen Kurzschluss und tut nichts.
Nun bin ich kein Elektrotechniker, ich kann das nur phänomenologisch lösen: was habe ich als letztes angeschlossen, damit es nicht mehr funktionierte?
Antwort: die Batterienkopplung: Also flugs ausgebaut und probehalber den Landstrom angeschlossen: Siehe da, die Lade-LED leuchtet. Es funktioniert.
Also werde ich hier eine dumme Lösung, einen NATO-Knochen einbauen, um die Batterien dann zu verbinden, wenn die Sonne lädt oder die Lichtmaschine...
die Lichtmaschine...
die Lichtmaschine scheint aber nichts zu tun.
Ich frage Google und bin erstaunt, wie viele Menschen nicht ladende Lichtmaschinen haben. Das Netz ist voll von der Anfrage: "Lichtmaschine kaputt?"
Ich finde schnell einen Beitrag, in dem ein User ziemlich genau erklärt, wie das mit der Erregungsspannung und der Kontrollleuchte funktioniert.
Vertrackt wird es nur dann, wenn gleich zwei Fehler vorliegen.
1. Der herumbaumelnde Draht im Motorraum wird anhand des vereinsamten Steckers an der Lichtmaschine als "D+" identifiziert. Flugs einen neuen Stecker drauf, WD40 gespüht - Motor gestartet (4:30 morgens)
nix. Kein Ladestrom
2. Das Birnchen aus der Kontrolleuchte gemessen: Aha, Kaputt. "Na, dann kann ja auch kein Erregerstrom fließen", denkt sich der frisch gebackene Lichtmaschinenfachmann
und überbrückt die Kontrolleuchte mit seinem Messfühler (leuchtet), startet den Motor...
... däh! 13,2 Volt Ladestrom.
perfekt. Wenn ich jetzt aber geglaubt hab, eine neue Kontrolleuchte wäre an jeder Ecke zu finden - falsch gedacht. Ich fahre die Bootszubehör- und elektrik-Läden, eine Reihe von Werften und Autozubehörhändlern und am Ende sogar Conrad-Elektronics ab.
Nix. Das Teil will im Internet bestellt werden.
Das zweite Problem bereitet mir mehr Angst: Die Stopfbuchse
Anton hat abends angerufen, er hat eine Idee, oder vielleicht auch Herr Popma, wie das System funktioniert.
Mit einem 6-er Pack Bier hin, mit Papier und Bleistift zeichnet er genau den Riss, den ich schon die ganze Zeit vermute. Die einzige Frage: kann ich das aufmachen, ohne abzusaufen?
Wir fahren zu Popma, besorgen Fettband, dann begebe ich mich ans Werk.
Zunächst wird so viel Fett eingepresst, bis nun wirklich alles voll ist. Solange die Achse nicht dreht, sollte das dicht halten
Dann kommt der große Moment, in dem ich die Anpressschraube löse. Kein Wasser.
Mit einem Schraubenzieher forsche ich im Spalt an der Achse, ob ich alte Fettdichtung rauspopeln kann, ich kann aber zunächst nichts finden. Dann will ich das erste Band einlegen, aber offensichtlich geht nur ein Band rein. Da stimmt was nicht.
Ich popele weiter und tätä!
Die Wurst von einem Vorbesitzer hat doch tatsächlich das Dichtungsband in einem Stück eingelegt, anstatt es abzulängen und die Teile einzeln einzulegen. Ich glaub's nicht. Dass das nicht dicht hält, glaube ich allerdings gerne.
Ich hab bei Anton vier Bänder vorbereitet, die lege ich, mit der offenen Seite versetzt, ein, Pressschraube drauf und so weit angezogen, dass die Welle gerade ein bisschen schwerer läuft, Kontermutter drauf - fertig.
Inkontinenz beseitigt.
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