Freitag, 9. Juli 2021

Terschelling 1.7. - 8.7.2021

Nach unserer Ankunft zeigt sich Terschelling nicht gerade von seiner einladenden Seite: grau, kühl und windig.



aber es reicht für einen Spaziergang durch den Ort und entlang an der Noordsvaarder, um Konstantina nachhaltig zu beeindrucken. Und ein Feierabendbier im Walvis zu nehmen. 



2.7.
Das graue Wetter ändert sich einen Tag später, die Sonne kommt raus und beschert uns zwei fantastische Tage. Wir leihen uns wieder ein Tandem und fahren die Insel erkunden.





In Midsland finde ich dann tatsächlich das Pfannkuchenhaus, in dem ich 2018 schon mal war und zu allem Überfluss geht dann das Fahrradschloss nicht mehr. Ich rufe im Verleih an, was den Mitarbeiter in heillose Verwirrung stürzt. Kurz darauf brummt es und ein endcooler Typ kommt auf einem Elektro-Harley-Verschnitt angebraust, nimmt sich des Schlosses an und mit Ruckeln hier und einem Schraubenzieher da geht's dann wieder. Der Mitarbeiter hat einfach einen Kumpel in Midsland angerufen. So geht das hier.







Wir fahren durch die Dörfer bis weit in den Osten und sonnenbaden dann für eine Weile am fast menschenleeren Nordstrand. Baden, weil wir nicht an die Badeklamotten gedacht haben eben ohne. Sieht ja eh keiner. 
Und dann haben wir ein Dilemma: entweder wir müssen Montag weiterfahren oder bis Donnerstag bleiben, weil es zwischendrin zu windig würde. Und Anton hat eine Nachricht geschrieben, sie kommen am Sonntag nach Terschelling.
Nein, dann wollen wir am Montag doch nicht fahren, ich habe die beiden schon zu lange nicht mehr gesehen.
Wir enden wieder im Walvis, diesmal mit Sonnenuntergangspanorama über dem Watt und weil es nichts mehr zu essen gibt, vertreiben wir uns die Zeit mit Bier. Von der Insel. Sehr lecker.




4.7.
Die RIK kommt Sonntagmittags, ich habe das auf vesselfinder.com verfolgt. Anja hat morgens früh auf facebook gepostet, dass sie nun mit ihrem Ehemann, der heute Geburtstag hat, (68) in Kornwerdersend losgefahren ist.
Konstantina und ich also ab in den Ort, eine Flasche waszutrinken gekauft und eine Karte. Gerade als wir wieder zurück im Hafen sind, und das Geburtstagslied eingeübt ist, kommt die RIK um die Ecke. Und dann feiern wir den Rest des Tages Geburtstag. Auf der RIK und der ITHAKA.



5.7.

Der Montag fällt deswegen als Weiterreisetag völlig aus. Wir haben eine Kater, meiner ist nicht von dieser Welt. Ich brauche, und da bin ich kompromisslos, meinen Tag für mich. Konstantina fährt mit Anja Muscheln suchen, Anton und ich gucken eine Zeit lang dem Gras beim wachsen zu, dann brauche ich eine Mütze Schlaf. Und lauf los, zu dem kleinen Häuschen, das so mitten auf der Düne steht, von wo man einen fantastischen Rundblick hat. 




Komisch, dass ich hier noch nie war. Ich laufe dann auch mal zu der Dodemannskiste, ich hab das Schild schon dutzendemal gesehen, weiß aber bis heute nicht, was das ist. Es ist ein See. Mitten im Wald, sehr romantisch gelegen und ein ganz kleines bisschen auch eine Wochenendhaussiedlung der Holländer. Ehrlich, wenn ich Holländer wäre, würde ich mir hier auch ein Wochenendhaus hinstellen.

6.7. 
Der Wind wird zunehmend schlimmer, was aber eigentlich nichts ausmacht. Um uns herum entsteht Betriebsamkeit, Bootebondage allerorten. Wohl dem, der mit dem Bug zum Wind steht, bei uns weht es im Inneren die Gardine vom Fenster. Wenn ich bedenke, dass ich früher im Zelt auf dem Motorrad zwei, drei Tage Wind und Regen im kleinsten Raum (Schlafsack) verbracht hab... Obwohl Juli ist, schmeißen wir das Heizöfchen im Boot an und lassen es sehr ruhig angehen. 
Konstantina kocht "ein schnelles Omlette" mit einem Gras, dass sie im Flachwasser gepflückt hat. Lecker.



Überhaupt essen: Ich kann mich nicht erinnern, auf einem Segelboot so regelmäßig und vielseitig gegessen zu haben, nicht einmal, als Tamara dem Käsebrot auf der Schabernack ein vorübergehendes Ende bereitet hat. 
Abends lädt Konstantina dann auch noch Anton und Anja zum Muschelessen auf die ITHAKA ein. Die Muscheln, die Anja und Konstantina gesammelt haben, reichen nicht, also werden im Ort noch welche gekauft und dann wird die ITHAKA zum Gourmettempel.



(Ich kriege Würstchen, weil Muscheln... brrrrr.)




7.7. 
Der Wind ist immer noch zu stark, obwohl der Sturm schon nachgelassen hat. Mir wäre das egal, ich glaube aber, dass dann Konstantinas letzte Fahrt mit mir gewesen wäre, wenn wir jetzt ablegten.


Also unternehmen wir eine Wanderung in die unglaubliche Dünenlandschaft. Wir wollen den Fußweg durch die Dünen an den Strand finden um Drachen steigen zu lassen.
Der Versuch endet, wie häufig die Klausurversuche meiner Schüler: "Bemühte sich, das Ziel zu erreichen.“. 




Die Wege enden im nichts oder noch viel schlimmer, in Wasserlöchern. Irgendwann geben wir auf und bemühen uns nur noch, einen Weg zu finden, der auf der Karte steht und der irgendwo hinführt. Ins Walvis natürlich. Wo wir und mit zwei, drei Bier und sehr teuren, aber erstklassigen Vorspeisen trösten.

Und für morgen steht der Plan: 5:30 Abfahrt. 3 Stunden vor HW Terschelling.

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