Mittwoch, 4. Juli 2018

Texel und sheet-to-tiller 1.7.-3.7.2018

Ich habe so schöne Erinnerungen an meine erste Texel-Tour, ich will da gleich noch mal hinfahren. 
der Himmel am 2. Tag

Als Einhandsegler braucht man fast zwingend eine Möglichkeit, das Boot auch mal einer Selbststeuerung zu überlassen. Um zu kochen, auf die Toilette zu gehen oder auch nur, um sich auszuruhen. Zu Hause arbeite ich zur Zeit an einem Arduino-gesteuerten Autopiloten, aber das Projekt ist noch meilenweit von der Markteife. Auf dem Weg will ich die sheet-to-tiller Selbststeuerung ausprobieren. Was in der In der Theorie auch ganz einfach ist.


Das Großsegel wird einmal vernünftig ausbalanciert., das heißt, Segel werden so eingestellt, dass nahezu kein Druck auf dem Ruder herrscht.
Dann wird luvseitig eine Hilfsleine vom Baum durch einen Block zur Pinne gezogen, leeseitig werden Gummibänder angebracht.
Die Theorie: luvt das Boot an, oder kommt eine Windbö, erhöht sich der Druck auf das Großsegel. In der Folge versucht das Groß sich nach Lee zu bewegen, die Hilfsleine allerdings fängt diese Bewegung ab und lenkt das Ruder so, dass das Boot ein wenig abfällt.
Fällt das Boot allerdings ab, ziehen die Gummibänder an der Pinne und luven das Boot wieder an.

So die Theorie:
In der Praxis fahre ich eine Patenthalse nach der anderen, haue mir die Brille von der Nase und verheddere mich in Schoten und Hilfleinen.
Ich komme Mittags in Den Oever an, muss mich aber erst um 16.00 auf dem Weg nach Texel machen.
Also übe ein bisschen in verschiedenen Windrichtungen, komme der Lösung aber kaum näher.
Erst im letzten Abschnitt kurz vor Texel schaffe ich es, dass Boot eine Weile so zu lenken. Die (vielleicht) Lösung liegt darin, dass die Schot nach wieder vor das Segel trimmt, die Hilfsleine nur für die Minimalbewegungen zuständig ist. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Boot nicht ohnehin seinen Am-Wind-Kurs mit festgestellter Pinne halten würde.

Auf Texel starte ich bei wieder mal blitzblauem Himmel eine ausgedehnte Fahrrdtour.
Der Himmel am 3. Tag

In der Nähe von Den Burg entdecke ich ein Museum der besonderen Art: Ein Museum für Strandgut und Strandräuber. Hier wird alles ausgestellt, was sich in den letzten Jahren am Strand von Texel angefunden hat.



Neben den üblichen Verdächtigen wie Taue, Helme oder Bojen finden sich Fernsehgeräte, PC-Monitore, eine halbe Yacht, Rettungskapseln von Schiffen und Ölplattformen, Flaschenpost, Schiffsschrauben, Ruder und und und...
Ich mache noch einen Abstecher an den Strand, aber wie zu erwarten ist es hier brechend voll, an Ruhe ist kaum zu denken. 


Abends liegt hoher Besuch im Hafen, Wie der es geschafft hat, hie hereinzufahren ist mir ein Rätsel



Ein wenig beunruhigt stelle ich fest, dass meine Funke es nicht tut, wegen mangelhafter Leistung - und siehe da. die Verbraucherbatterie ist hin. Sie lädt nicht mehr auf. Ich muss aber morgen früh irgendwie die Navigation hinkriegen und für die brauche ich Strom. Ich hoffe dann einfach mal, dass mein Redundanztablett funktioniert.
Um 4.45 gehts dann auch los, es wird ein perfekter Segeltag in einen perfekten Sonnenaufgang bei perfektem Wind - und blauestem Himmel
 Der Himmel am 3. Tag


Fazit: 

- Texel bleibt traumhaft

- Sheet-tot-tiller funktioniert nicht wirklich oder ich habe noch nicht rausgefunden, wie es gehen soll

- Das Fenster im Vorschiff erfüllt seinen Zweck 

- Ich habe einen Sonnenbrand

- achja, den Kirchturm in Den Burg hab ich auch bestiegen. Schön wars 

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