Mit viel Mühe und einem alten, außer zur Navigation kaum noch nutzbaren, langsamen tablet, finde ich anhand alter E-Mail meinen Provider, Kundennummer und Tamaras Telefonnummer raus.
Die Fahrt ist dann auch langsam, selten fahre ich schneller als 4 kn, meist langsamer. Und in meinem Hinterkopf juckt immer wieder der Gedanke, das Wasser könnte zu flach werden, Tiefen von weniger als 4 m stürzen mich zur Zeit in große Besorgnis.
Den Schluchter versuche ich dann auch gar nicht erst zu finden, sondern fahre brav außen rum, vermeide großräumig alle Umgehungstonnen, vor allem im ersten Teil des Fahrwassers ist es flach. Nicht gut für meine Nerven heute.
Morgens früh kann ich vom Hafenmeisterbüro immerhin Tamara anrufen und kurze Absprachen treffen.
Ich fahre nach Norderney und es gibt tatsächlich einen (!) Laden, der Handies verkauft. Es wird ein Nokia-Handy (gibts tatsächlich noch) und eine prepaid-Karte, der Verkäufer verspricht, dass die in den nächsten Stunden aktiviert wird. Es dauert tatsächlich bis zum späten Abend, bis sich da was tut.
Als ich was Essen gehen will, trifft mich der Schlag: Mein Geldbeutel ist weg!
IST DENN DAS ZU FASSEN???
Und jetzt überkommt mich tatsächlich so etwas wie Panik. Kein Geld, kein Telefon, in Norderney.
Ich sehe die Riesenlawine auf mich zukommen, Personalausweis, Führerschein....
Und wie nach Hause kommen? EC-Karte, Geld, alles weg!
Ich versuche zu rekapitulieren, was ich alles gemacht hab, fahre die Strecken ab, die ich (vermeindlich) gelaufen bin, und dann stehe ich vor dem Zeitschriftenladen, in dem ich den Kölner Stadtanzeiger gekauft hab.
Mir schlägt das Herz bis zum Hals, aber als ich frage, ob mein Portmonnaie hier aufgetaucht sei und die Inhaberin mich nach meinem Namen fragt, fällt mir ein Stein vom Herzen, der nicht mehr zu benennen ist.
Dinge, die ich in letzter Zeit verloren hab:
- Opinel-Messer (Das war in der Schublade)
- Flaggenstock samt Nationaler (die war festgebunden)
- Pinnenpilot
- Smartphone
- ---und jetzt fast mein Portemonnaie
Tamara sagt sich für Sonntag an, aber so ganz sicher ist das bei ihr nicht. Sie hat privaten Mist zu regeln, ich verbringe den Sonntag praktisch stand-by.
Immerhin kann ich noch auf den Leuchtturm steigen, der ist schon spektakulär.
Die Warterei wird zur Nervenprobe, denn der Zug, mit dem Tamara aus Münster kommt, hat Verspätung und es wird äußerst knapp, die letzte Fähre zu erreichen. Tatsächlich wartet die auf die verspätete Bahn und Tamara kommt spät abends noch an.
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