Freitag, 27. Juli 2018

25.7. - 27.7.2018 Bremerhaven

Menschen, die im Watt fahren, sind prima Kopfrechner. Und so grüble und rechne ich auch hin und her: Blaue Balje? Harle? Wann zieht die Strömung, wann muss ich gegenan?
Der Hafenmeister beendet das ganze: "Lass Dich mit dem Ebbstrom ziehen, und dann fährst Du mit dem Flutstrom in die Weser. Halbe Tide an der Harle reicht."
Tamara hört das gern, ich muss nicht um 6.00 sondern um 9.00 auslaufen, Zeit für Frühstück.
Wir fahren an der Sandbank vorbei, an der wir Tamaras neue Freunde, die Seerobben entdecken. Die dösen und ruhen sich aus. Ganz vorsichtig fahre ich so dicht ran, wie es der Tonnenstrich erlaubt.

Aber all das Rechnen entpuppt sich dann doch als Makulatur. Es geht eben kein nutzbarer Wind, wir fahren bis zum Ende der Harle mit dem Motor, dann müssen wir, fast ohne Wind, gegen den Strom des ablaufenden Wassers zum Weser-Fahrwasser. Da wir aber unbedingt segeln wollen, haben wir zunächst 2-3, dann 1-2 kn über Grund. So brauchen wir dann auch bis 15.00, um das Weser-Fahrwasser zu erreichen. Um 17.00 würde die Tide kentern und der Strom uns in die Weser ziehen, ich entscheide mich allerdings nicht zu warten, sondern gegen den Ebbstrom einzulaufen. Dabei haben wir dann auch endlich mal ein bisschen nutzbaren Wind.




 Ich finde es immer wieder spektakulär,neben Ozeanriesen herzufahren.





 Es ist dann auch wieder mal ein Wettrennen gegen die Uhr: Die Schleuse am Neuen Hafen wird wohl, so habe ich auf Spiekeroog gehört, nur zur vollen Stunde bedient, wir erreichen sie aber um 20.05.
Ich funke den Schleusenwärter an, der mit "kann losgehen" ganz unkompliziert die Schleuse aufmacht.


Es ist Tamaras letzter Tag und wir streichen ein bisschen durch diese wunderliche Stadt. Weitgehend ohne jeden Charme mit einer hypermodernen Wasserfront, einem spektakulären Congress-Center und einem wirklich tollen Hafen.




Wir gucken krabbeln auf einem U--Boot aus dem 2.Weltkrieg herum und fahren auf das Congress-Center, aber dann muss Tamara langsam zum Bahnhof.






Ich rechne mal wieder und komme trotzdem auf keinen grünen Zweig:
Egal, wie ich aus Bremerhaven rausfahre, ich muss gegenan. Morgens um 3.00 mag und kann ich nicht rausfahren, um 9.30 beginnt die Flut, das brauche ich gar nicht erst zu versuchen, aber 14.00 losfahren ist schon sehr spät.
Ich gehe erst einmal ins Auswandererhaus, ein spektakuläresMuseum zur Emigration und wirklich berührender Diskussionsbeitrag zur aktuellen Debatte.


Ich bin vom dem Museum so geflasht, dass für das Schiffahrtsmuseum mit der mittelalterlichen Kogge nicht mehr viel Zeit und Raum in meinem Kopf bleibt.
 

 

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