
Nach einer durchwachsenen Nacht, in der ich zeitweilig laut jammend durch Boot gegeistert bin, bis ich irgendwann die Maximaldosen aller mit zur Verfügung stehenden Schmerzmedikamente geschluckt hab, entscheide ich mich, den Sprung nach Helgoland anzugehen.
Ein kräftiger Nordwind ist angesagt, eigentlich perfekt um nach Helgoland zu fahren. Gegen die Strömung fahre ich durch die Eider zum Sperrwerk, ich will das ablaufende Wasser so weit wie möglich mitnehmen.
Das ist mühsam.
Was die Vorhersage allerdings nicht anzeigt, ist, dass der Wind außerhalb des Sperrwerks auf West dreht und so eine veritable Wind-gegen-Strom Situation entsteht. Ich komme kaum vorwärts, was sehr mühsam ist und nach eine Stunde gebe ich auf.
Was wieder sehr mühsam ist.
Aber immerhin kann ich nun die Robben angucken, die auf der Sandbank der Eider faulenzen.

Als ich in Tönning ankomme, bleibe ich, von der Strömung versetzt, auch zunächst einmal in der Hafeneinfahrt hängen, das Wasser ist weit abgelaufen.
Da kann ich aber nun wirklich nicht bleiben, ich blockiere nämlich die Aus- und Einfahrt also gebe ich Gas.
Mit etwas Mühe wühle ich mich zumindest an die Spuntwand, hier geht es dann mit viel Gas weiter, mit viel Gas schaffe ich es in den Hafen und an meinen Liegeplatz von heute morgen.
Um den Radeffekt muss ich mir allerdings keinen Kopf zu machen, 2 Meter vor dem Steg bleibe ich endgültig stecken. Ich muss warten, bis das Wasser wieder steigt.
Zumindestens kann ich Landleinen legen, damit ich dann mit steigendem Wasser nicht durchs Hafenbecken treibe.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen