Västervik ist eigentlich wenig spektakulär, trotzdem ist der Tag betriebsam:
1. Ich muss morgens duschen. Dringend. Auf dem Weg zur Dusche denke ich noch: "Hmm, vielleicht sollte ich mein Fahrrad, das ich auf dem Steg geparkt hab, doch aufs Boot nehmen, immerhin ist es sehr windig." Aber weil ich aufs Klo muss, verschiebe ich die Aktion auf meine Rückkehr.
Nach der Dusche: Fahrrad weg.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
1.1. jemand hats geklaut. Am hellerlichten Tag mit Kettenschloss - unwahrscheinlich.
1.2. Der Wind hats umgeworfen und es ist im Hafenbecken gelandet.
Ich nehme den Bootshaken: Nix. Ich komme nicht bis zum Grund.
Ich nehme den Anlegehaken und binde ihn an das Ende der Vorleine. Das sind ungefähr 5 Meter. Nix. Ich komme nicht bis zum Grund.
Ich baue die Schot des Vorsegels ab und lasse den Haken damit runter: Das sind 25m und nach der Hälfte berührt der Haken den Grund.
Nun gibt es zwei KO-Kriterien , warum ich nicht nach dem Fahrrad tauchen kann:
1. 12 Grad
2. 10m tief konnte ich schon in jungen Jahren nicht tauchen.
Während ich den Boden mit dem Haken an meiner Schot absuche, kommt Christian dazu. Er fängt an zu dozieren, man müsse einen Magneten an die Schnur binden, oder eine Kamera.
(Unten dürfte es dunkel sein und der Rahmen ist Aluminium)
Immer wieder fahre ich mit dem Haken hin und her bis ich einen Widerstand spüre.Beim 2. Versuch gelingt es mir, das Rad bis ganz nach oben zu ziehen und Christian nimmt es am Steg in Empfang.
Ich spüle es mit Frischwasser ab, derweil er mit seiner Freundin telefoniert: mit einem Ohr kriege ich mit "... und ich hab ihm dann gesagt, er sollen den Anlegehaken nehmen, damit hat es dann ja auch geklappt"
Immerhin ist das Rad jetzt sauber.
Als 2. muss ich etwas gegen die Mückenplage unternehmen. Da, wo ich eingeschmiert war, hat mich keine Mücke gestochen, einen Zentimeter daneben schon. SO NICHT, FREUNDE! NICHT MIT MIR!
In der Nähe gibt einen Sport-Outlet. Und liberale schwedische Ladenoffungszeiten. Also das frisch gerettete und saubere Fahrrad geschnappt und los: Moskitonetz kaufen.
Im ersten Laden lächelt die Verkäuferin nur: "Hier gibts doch kaum Mücken, im Landesinneren, da ja, aber hier..." Auf meine Frage, was der gemeine Schwede denn machen würde, gegen die Biester, zuckt sie nur die Schulter: "Am Anfang wehrt man sich noch, später ignoriert man sie." Ein Netz hat sie nicht.
Lisa, eine sehr nette und zuvorkommende Verkäuferin im dritten Laden besorgt mir ein Netz:
Nehmt das, Mückenbiester. In your face!
Der 3. Teil betrifft meinen Anker, der vorvergangene Nacht nicht gehalten hat. Anton lächelt etwas verlegen: So einen hat er für sein Gummischlauchboot.
Also zurück zum Outlet, es gibt nämlich auch einen Bootszubehörladen. Zu unschlagbaren Preisen, endlich ist in Schweden mal etwas billiger als bei uns.
Montag, 27. Mai 2019
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