Mittwoch, 1. August 2018

Boulevard of broken dreams: Mal wieder Borkum 31.7.18


Angesagt ist "fast kein Wind" und dann eine Gewitterwalze um 17.00 Uhr. Na prima.
Da meine Kalkulation ergibt, dass ich um 11.00 durch den Schluchter kann, lasse ich mir morgens Zeit.
Die jungen Leute auf meinem Nachbarboot haben die Nacht wohl nicht so gut überstanden, ich hatte das Gefühl, dass praktisch ununterbrochen jemand auf Deck stand und die Leinen kontrollierte. Egal, ich bunkere noch Benzin und dann geht, nachdem der Hafenmeister meine Kalkulation mit "Da kommste auch inner Ebbe durch, da stehen 2 Meter Wasser" konterkariert hat, die Fahrt los.
Den Schluchter finde ich diesmal auch auf Anhieb, ich kann gleich Segel setzen und mit raumem Wind rausfahren. Den Motor lasse ich allerdings im Wasser, was mir sofort den Anschiss eines Vermessungsfahrzeuges einbringt, ich müsse den Keil setzen.
Also ziehe ich den Motor hoch und zeige dem Kerl eine Nase.
Die Gewitterwalze ist dann auch recht beeindruckend: Wie eine Brücke zieht sich die von rechts nach links über den blitzblauen Himmel. Und da muss ich unten durch.
Ich entscheide mich, alle Segel runter zu nehmen und dann mal sehen. Mit Motor. Oder so.



Als ich die Front erreiche, ist alles perfekt vorbereitet. Grossegel ist unten, die Genua kann ich in Sekunden runterholen, wenn nötig, Regenklammotten liegen oben und die Schotten sind verrammelt.
Es bleibt harmlos, wennauch spektakulär:
Ein paar Regenschauer, Juist sehe ich nur durch einen Schleier, ein paar 5 Bft-Böhen, das wars schon. Eine halbe Stunde später ist der Himmel wieder strahlend blau. Dafür ist jetzt aber der Wind super.
Ich segele mit zunächst gerefftem Groß und der Genua bis Borkum und dann in die Ems. Und weil der Wind so schön aus NW weht, schiebt er mich schön in die Ems und beschert mir immer noch 3-4 kn über Grund.
Diesmal passe ich bei der Fischerbalje besser auf und versuche auch gar nicht, in Port Henry einzulaufen.
Ich begnüge mich mit dem Bundeshafen eine Einfahrt weiter.
Und weil sich auf den Funk niemand meldet, mach ich an einem der Pontons fest.

 
Abends gehe ich noch spazieren und schaue mir die Gegend zwischen den Häfen an. Es ist der Boulevard of broken dreams



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