Donnerstag, 18. Juli 2019

Nach Rügen 17.7.-18.7.2019



50 sm liegen vor uns, nicht immer ist Wind angesagt, deswegen starten wir früh. Um 5 Uhr aufstehen, aber zwei Menschen sind morgens nicht so schnell wie einer, deswegen sind wir erst um 6:30 tatsächlich unterwegs.
Uns erwartet zunächst Welle, aber kaum Wind, aber dann können wir tatsächlich noch mit Spinnaker segeln. Der Wind dreht unbarmherzig, so dass wir den Spi gegen die Genua austauschen müssen, irgendwann den Motor starten um mit Segelunterstützung noch eine halbwegs anständige Geschwindigkeit zu behalten und schließlich die Segel zu streichen und nur noch mit Motor zu fahren.








Erschwerend kommt dazu, dass der Windpark an der Grenze fertig gestellt ist, was meine Seekarte allerdings noch nicht weiß und wir deswegen einen Umweg fahren müssen.



Es wird Abend, als wir an der Steilküste in Rügen ankommen, aber der Anblick ist überwältigend. 


Wir laufen in den Hafen in Lohme ein, und planen eine Wanderung an der Felsküste entlang.





Vor dieser Wanderung liegt allerdings die berüchtigte Treppe vom Hafen in den Ort. 220 Stufen. Da überlegt man schon, ob man mal schnell auf ein Eis ins Dorf geht...
Der Wanderweg ist alles andere als eindeutig ausgezeichnet. Jedenfalls verlaufe wir uns ordentlich, verpassen wohl mehrfach irgendwelche Abzweigungen, laufen bedeutend mehr als die angegebenen 10 km.
















Dienstag, 16. Juli 2019

Bornholm zum zweiten - Rönne 16.7.2019


Ich bin schon sehr früh wach, denn ich muss um 14:00 in Rönne sein. Konstantina hat sich angekündigt, sie möchte ein paar Tage mitsegeln.
Die Fahrt bis zur Südostspitze von Bornholm geht auch tadellos, allerdings hat mein Spinackerbaum, den ich zum Ausbaumen meiner Genua brauche, einen schlechten Tag. Oder besser: Die Nieten, die die Schnapper am Ende halten. Denn der Schnapper hängt auf einmal ganz schief am Spi-Baum, die Nieten haben wohl nichts mehr gehalten.

Dann muss es den Rest eben auch ohne gehen.

Auf der Südseite der Insel gibt es eine resticted area, und ich weiß ewig lang nicht, ob ich da rein darf. Ich googele den Namen des Gebietes und finde heraus, dass ich durchfahren darf, weil das militärische Gebiet zur Zeit nicht benutzt wird. Da hätte ich ja auch vorher gucken können.


Ich komme, auch weil ich unsportlich mit dem Motor vorlege, um 12:00 in Rönne an, finde im Hafen einen schönen Platz und gehe erfolglos auf die Suche nach einem Baumarkt, wo ich die passenden Nieten kaufen kann.
Konstantina kommt mit der Fähre pünktlich an und wir gucken uns erst einmal diese wirklich hübsche Stadt zusammen an.











Montag, 15. Juli 2019

Bornholm zum ersten 15.7.2019


Nach den langen Schlägen nehme ich die lächerlichen 10 sm nach Svaneke gar nicht richtig ernst, was sich insoweit rächt, als das ich danach die Schabernack richtig gründlich aufräumen muss. Anfangs wenig, dann auf einmal sehr starker Wind, bis hin zur Gewitterwalze vor dem Hafen.
Svaneke ist sicher ein hübsches Städtchen, auf diese Idee sind dutzende andere Yachtfahrer auch gekommen. Ich finde nur einen Platz im Vorhafen, ohne Strom, an einem Trimaran festgemacht.
Im Ort selbst: ein Glasbläser und Lakritzshop neben dem anderen.
Nichts für mich.
Ich lege wieder ab und fahre nach Nexö.
Hier kann ich fußläufig wenigstens meine Vorräte auffüllen und tanken.

Im Hafen treffe ich die polnische Familie, die in Utklippan an meinem Boot festgemacht haben, und obwohl der Hafen und das Wetter nicht sonderlich schön sind, wird es ein gemütlicher Abend. 

Sonntag, 14. Juli 2019

Utklippan - Christiansö 14.7.2019


Nach einer langen Nacht mit wenig Schlaf fährt morgens ein ganzer Schwung Boote los Richtung Christiansö.
Torsten hat mir die Insel ans Herz gelegt, und mehrere Bootsfahrer schwärmen von der Insel, die so völlig aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Aber zunächst einmal die bange Frage: Was macht der Motor? Welchen Schaden hat er von meiner Dummheit genommen?
Als ich starte lauschen meine Nachbarn ebenso andächtig wie ich, ob da irgendwas passiert und nach ein paar Minuten, in denen sich das Motorengeräusch mehr und mehr wie vorher anhört, bin ich soweit, ich nehme die Fahrt in Angriff. Zum ersten male seit ewigen Zeiten bin ich beim Segeln nicht allein auf dem Wasser, mit mir machen sich ein paar andere Boote auf die Reise. Ein gutes Gefühl,  falls der Motor doch noch aufgibt.

48 sm geradeaus, keine Welle, kein Wind. 

Die Insel anzusteuern erweist sich als viel einfacher, als der Hafenführer glauben machen will. der Hafen ist allerdings proppenvoll, kein Wunder, allzu groß ist er ja nicht. Ich mache neben Michael und Sabine fest, die im Sommer praktisch auf ihrem Schiff wohnen.

















Christiansö entpuppt sich als genauso toll, wie angekündigt. Man könnte den Eindruck haben, dass die dänischen Soldaten die Insel gerade erst verlassen haben, aber das war schon 1750 und seit dem ist hier nicht viel verändert worden.
Nach der Tristesse von Estland und Lettland ein wohltuender Anblick.

Und ganz wichtig: Der Motor hat gehalten.

Samstag, 13. Juli 2019

Vändburg - Utklippan 12.7. - 13.7.2019


Die Reise produziert schon etwas kräftigeren Verschleiß: Nicht nur, dass ich auf der Überfahrt nach Gotland einen Fender verloren hab, tatsächlich ist auch die Solarzelle kaputt. Ich hätte gerne behauptet, eine Welle hätte die Elektrik weggeweht, ich vermute aber mal, ich bin draufgetrampelt, als ich im starken Wind versucht hab, die Segel zu reffen.
Das Problem ist allerdings nur marginal, ich ankere ja nicht mehr tagelang und im Hafen gibts immer Strom.

Mein Plan ist es heute, nach Öland überzusetzen. Hafen an der Ostseite sind rar, Blekinge und Grasgard heißen die.
Ich starte mit Spinnaker, aber das muss ich nach ein paar Stunden mangels Wind einstellen.
Also Motor an und weil der Ladestrom produziert, auch gleich den Autopiloten drangehängt.
Nun habe ich Zeit, weil es einfach gar nicht zu tun gibt. Ich lese, mache Nickerchen und spüle. Außerdem versuche ich, die Solarzelle noch mal ans Laufen zu bringen - ohne Erfolg. 
Den ganzen lieben langen Tag brummt der Motor und summt der Autopilot. Und die Schabernack hält auf die Südküste Ölands zu.

Es wird mir schnell klar, dass beide Häfen nicht mehr im Tageslicht erreicht werden können. Und in der Dunkelheit ist die Einfahrt unberechenbar. 

Ich halte deswegen auf den Leuchtturm an der Südspitze zu, den sollte ich um 2:30 erreichen und dann könnte ich vielleicht ankern.



Als ich ankomme, ist es viel zu dunkel um die zahlreichen Steine erkennen zu können und nur mit Plotter traue ich mich nicht, also spekuliere ich, dass ich um 7:30 in Sandhamn sein werde. 
Dann kann ich immer noch schlafen.
Meine Sorge, dass das Benzin nicht reichen könnte, verflüchtigt sich langsam. Eine Zeit lang habe ich Segel zur Unterstützung eingesetzt, das hat mich schneller gemacht (oder weniger Sprit verbrachen lassen). In Sandhamn tanke ich dann.
So der Plan.
Haha!
In Sandhamn gibt es aber keine Tankstelle, die ist 13 km weit weg. Der Hafenmeister bietet mir aber an, aus den Kanistern der Motorboote zusammen zu kratzen, was geht. Es werden 15 Liter, das bringt mich erst einmal weiter. Ich bin sicher, in Bornholm tanken zu können. 




Nach einem Kakao mit Rum schlafe ich tief und fest dann entscheide ich mich für die Weiterfahrt nach Utklippan. Immerhin geht jetzt ein strammer Wind, der mich segeln lässt, nicht Motorboot fahren.

Ich sehe allerdings einen kleinen Ölflecken am Motor. Und den ignoriere ich. 
Blöd.

Utklippan. Hier wollte Anton schon unbedingt hin. Wie eine Fata Morgana. Man fährt ewig drauf zu, aber irgendwie kommt die Insel nicht näher.
Auch die Einfahrt ist schon ein bisschen tricky.
Und in dieser Hafeneinfahrt geht der Motor aus. 
Und eine Minute später, als mein Herz gerade in der Hose zu verschwinden droht, wieder an.
Und wieder aus...

Ich muss im Päckchen festmachen, und widme mich, komplett entsetzt, meinem Motor. 
Der Ölfleck heute Morgen.
Ich habe beim Ölwechseln den Messstab nicht völlig hineingesteckt, in den letzten 20 Stunden hat sich das Öl daran vorbeigedrückt und nun ist keines mehr im Motor.



Ich versuche, das ganze so sauber wie möglich zu bekommen und meine Nachbar schiebt einen 5-Liter Kanister Öl rüber. Ich fülle das Öl ein, starte mit bangem Herzen
-
läuft. 
-
Wohl kein Kolbenfresser.






Der Hafen füllt sich zunehmend und zu ersten Mal auf dieser Reise erlebe ich Gedrängel im Hafen.

Ich tu die ganze Nacht kein Auge zu, so ärgere ich mich über meine Dummheit.
Nur ein paar Minuten früher, und meine Reise wäre zu Ende.
Ich Hornochse! 


Sønderborg 2.9. - 6.9. 2026

  Meine Laune ist nicht die allerbeste, als ich morgens aufwache, die ganze Nacht hat es geregnet, es war windig und ich bin immer wieder au...