Was für ein luxuriöses Leben: Nach meinem letzten Kurztrip habe ich ein paar Tage Dienst geschoben,dann wieder frei. Das Wetter kündigt sich mit einem massiven Hochdruckgebiet an, ich packe mein Motorrad und fahre los. Abends um 16 Uhr bin ich abfahrtbereit und segele noch mit Luxuswind bis zur Kruizpole. Hier verbringe ich die Nacht mit Lagerfeuer, Steak auf dem Grill und Bier in der Dose.
Ich lasse mir morgens viel Zeit, gammele ein wenig herum und segele mit sehr wenig Wind gemütlich bis Stavoren. Hier ist die Hölle los und die Schleuse geht ununterbrochen. Mit sehr wenig Wind fahre ich bis vor Hindeloopen, hier fällt der Anker und ich lege mich erst einmal hin. Als es dunkel wird, habe ich auch keine Lust mehr, weiterzufahren, also bleibe ich vor Anker, ich hisse meine Petroleumslampe. Die Nacht wird allerdings sehr unruhig, da der Wind auffrischt. Es klingt, als zöge es mit Macht an der Ankerleine und so werfe ich sicherheitshalber auch noch den 2. Anker. Jetzt knirscht es zusätzlich auch noch, wenn die Ankertaue aneinanderreiben. Ich schalte meine Ankerwache ein, gucke alle Stunde mal raus und überlasse mich ab 4 Uhr morgens dem Tiefschlaf.
Dann fahre ich weiter nach Workum, hier bin ich bis jetzt immer vorbeigefahren, ich weiß nicht recht, ob ich die Stadt schön finden soll. Der Strand ist auf jeden Fall klasse.
Ich sitze abends da und schaue den Kitesurfern zu.
Ich lege mich zudem in die Hängematte und klimpere auf meiner Gitarre herum, ein Stück geht mir nicht aus dem Kopf und aus den Fingern: das Loch in der Banane. Das ist die ehemalige NDR Pausenmelodie, dessen Grundpattern ich irgendwann vor vielen Jahren mal gelernt hab. Marion (s.a. 2012) konnte es auch spielen, sauberer als ich, bei mir schrammelt es ein bissschen, aber die Finger laufen ganz allein über die Saiten, ich ändere mühelos das Thema, mir fallen Variationen ein, die ich so noch nicht auf dem Schirm hatte. Ich verlieren mich im Plätschern, Stimmen um mich herum, Gerüche aus den Kombüsen der anderen Boote. Irgendwann überhole ich mich beim spielen selbst, ich schlage die letzten Töne an, als ich die Augen wieder aufmache, stehen ein paar menschen am Steg und von einem Nachbarboot kommt Applaus. Der erste und einzige Beifall, den ich bisher für mein Spiel gebommen hab.
Am kommenden Morgen ist es windiger, also setze ich nur die Genua 2 und fahre völlig tiefenentspannt mit 6 kn und Rückenwind nach Lemmer. Hier wird übernachtet und am nächsten Tag, gerade als das Wetter schlechter wird, komme ich in Sneek an. Bei der Unterhaltung mit meinen Hafennachbarn fällt mir auf, dass ich außerhalb der notwendigen Gespräche an den Hafenkontoors überhaupt nicht gesprochen habe. Jedes einzelne kurze Gespräch mit der Kassiererin im Supermarkt, am Hafenkontoor, im Duschraum des Hafens gewinnt so unglaublich an Wert.
Die Heimfahrt: Regen.
Mittwoch, 22. April 2015
Freitag, 10. April 2015
WIndstille 6.4.15 - 10.4.15
Die Schleuse in Makkum, so erzählt man mir glaubhaft im Hafen, ist vertieft worden und wahrscheinlich ("mhhh, kein Problem, könnte gehen") reicht es auch für 160 cm Tiefgang.
Ich will das ausprobieren und so fahre ich auf einer Staande Mast Route über Sneek und Bolswaard nach Makkum. Ich brauche 5 Std, eine erhebliche Zeitersparnis im Vergleich zur Route über Stavoren. Nur, dass man nicht gut segeln kann, weil alle Nase lang eine Brücke kommt. Bei IJst komme ich genau eine Minute zu spät an, was bedeutet, dass der Brückenmeister aus seiner Kabine steigt, mir zuwinkt- und eine Stunde Mittag macht. Nachdem ich hier durch bin, warte ich freischwimmend an einer Eisenbahnbrücke, Ich komme nicht bis an den Wartesteiger, 160 cm Tiefgang...
Es dauert eine (zuglose) Weile, bis dem Brückenmeister wohl aufgeht, dass ich auch noch durch diese Brücke hindurchwill, dann öffnet er ohne Vorwarnung und so kurz, dass ich große Mühe habe, hindurchzukommen.
Das einzige Brückengeld, das ich zu bezahlen habe, kommt dann in Makkum und die Schleuse kostet auch noch gleich. Klar, der Bagger, der die 160 cm ermöglicht hat, will bezahlt sein.
Ich bleibe in Makkum, weil, jetzt noch nach Terschelling würde bedeuteen, dass ich dann irgendwann nachts ankäme. Darauf habe ich bei diesem Labyrint wenig Lust, wenns nicht sein muss.
um 10 Uhr gehts weiter, um 12 Uhr bin ich durch die Schleuse und um 17 Uhr in Terschelling, gerade, als es dunkel werden will. 8 kn und mehr schaffe ich, angetrieben vom Ebbstrom.
Ich mag Terschelling, die Dünenlandschaft, und der riesige Strand am Westende
Weil um 7.00 Ebbe ist, fängt der Tag noch im halbdunkel an, bei etwas diesigen Sonnenaufgang. Ich kann nur eine halbe Stunde sinnvoll segeln, dann kommt das Segel runter und der Motor wird angeworfen. Es rührt sich kein Lüftchen mehr und mit den zwei kn Flutströmung verhungere ich hier.
Ich fahre nach Harlingen, da war ich im Winter einmal, das lohnt einen zweiten Besuch.
Die Hafensituation ist hier ein wenig kompliziert. Einige Brücken später liege ich im Noorderhafen von Harlingen an der Kaimauer. Ich muss dringend etwas essen und das entpuppt sich als Glückfall, denn natürlich bin ich bei Flut in den Hafen eingelaufen und habe das Boot ganz normal festgemacht. Bei Ebbe wären meine Festmacher allerdings viel zu kurz eingestellt gewesen. 1,50 m Tiedenhub hätten das Ende meiner Klampen bedeutet. Ich mag gar nicht daran denken....
Der Wind hat sich am nächsten Tag kein bisschen verändert, mit praktisch Nullwind motore ich nach Kornwerdersend, passiere mittags die Schleuse und erreiche abends Sneek.
Ich will das ausprobieren und so fahre ich auf einer Staande Mast Route über Sneek und Bolswaard nach Makkum. Ich brauche 5 Std, eine erhebliche Zeitersparnis im Vergleich zur Route über Stavoren. Nur, dass man nicht gut segeln kann, weil alle Nase lang eine Brücke kommt. Bei IJst komme ich genau eine Minute zu spät an, was bedeutet, dass der Brückenmeister aus seiner Kabine steigt, mir zuwinkt- und eine Stunde Mittag macht. Nachdem ich hier durch bin, warte ich freischwimmend an einer Eisenbahnbrücke, Ich komme nicht bis an den Wartesteiger, 160 cm Tiefgang...
Es dauert eine (zuglose) Weile, bis dem Brückenmeister wohl aufgeht, dass ich auch noch durch diese Brücke hindurchwill, dann öffnet er ohne Vorwarnung und so kurz, dass ich große Mühe habe, hindurchzukommen.
Das einzige Brückengeld, das ich zu bezahlen habe, kommt dann in Makkum und die Schleuse kostet auch noch gleich. Klar, der Bagger, der die 160 cm ermöglicht hat, will bezahlt sein.
Ich bleibe in Makkum, weil, jetzt noch nach Terschelling würde bedeuteen, dass ich dann irgendwann nachts ankäme. Darauf habe ich bei diesem Labyrint wenig Lust, wenns nicht sein muss.
um 10 Uhr gehts weiter, um 12 Uhr bin ich durch die Schleuse und um 17 Uhr in Terschelling, gerade, als es dunkel werden will. 8 kn und mehr schaffe ich, angetrieben vom Ebbstrom.
Ich mag Terschelling, die Dünenlandschaft, und der riesige Strand am Westende
Weil um 7.00 Ebbe ist, fängt der Tag noch im halbdunkel an, bei etwas diesigen Sonnenaufgang. Ich kann nur eine halbe Stunde sinnvoll segeln, dann kommt das Segel runter und der Motor wird angeworfen. Es rührt sich kein Lüftchen mehr und mit den zwei kn Flutströmung verhungere ich hier.
Ich fahre nach Harlingen, da war ich im Winter einmal, das lohnt einen zweiten Besuch.
Die Hafensituation ist hier ein wenig kompliziert. Einige Brücken später liege ich im Noorderhafen von Harlingen an der Kaimauer. Ich muss dringend etwas essen und das entpuppt sich als Glückfall, denn natürlich bin ich bei Flut in den Hafen eingelaufen und habe das Boot ganz normal festgemacht. Bei Ebbe wären meine Festmacher allerdings viel zu kurz eingestellt gewesen. 1,50 m Tiedenhub hätten das Ende meiner Klampen bedeutet. Ich mag gar nicht daran denken....
Der Wind hat sich am nächsten Tag kein bisschen verändert, mit praktisch Nullwind motore ich nach Kornwerdersend, passiere mittags die Schleuse und erreiche abends Sneek.
Montag, 16. März 2015
Wieder raus... 13.3. - 16.3.15
Eigentlich gar nicht so schönes Wetter, aber es kribbelt und ich bin ungeduldig. Ich will aufs Wasser. Erschreckend: Schimmel an Bord, kostet mich den ersten segelbaren Tag. Das wird wohl hoffentlich nicht zur Gewohnheit?
Es ist kalt, als ich Sneek verlasse, der Wind ist eher schwach. Auf der Fahrt frieren mir fast die Hände ab, also entschließe ich mich in Medemblik, Geld in die Hand zu nehmen und mir vernünftige Handschuhe zu kaufen, mit denen ich auch mal fahren kann, wenn es nicht gerade Hochsommer ist.
Es ist grau und bleibt es auch, also geht es zurück, allerdings habe ich zu lange gewartet, wieder aufs Boot zu können, also gehts voll speed nach Makkum. Hier bleibe ich eine Nacht und fahre dann über Stavoren zurück.
Eine sehr kurze Fahrt, aber ich genieße sie trotzdem sehr.
Es ist kalt, als ich Sneek verlasse, der Wind ist eher schwach. Auf der Fahrt frieren mir fast die Hände ab, also entschließe ich mich in Medemblik, Geld in die Hand zu nehmen und mir vernünftige Handschuhe zu kaufen, mit denen ich auch mal fahren kann, wenn es nicht gerade Hochsommer ist.
Es ist grau und bleibt es auch, also geht es zurück, allerdings habe ich zu lange gewartet, wieder aufs Boot zu können, also gehts voll speed nach Makkum. Hier bleibe ich eine Nacht und fahre dann über Stavoren zurück.
Eine sehr kurze Fahrt, aber ich genieße sie trotzdem sehr.
Dienstag, 9. September 2014
Wattenmeer 2.9.-9.9.14
Der Wetter bleibt mir gewogen, also verbringe ich ein paar Tage auf dem Boot, und bringe zuerst einmal das Innere auf Vordermann. Es ist mir einfach zu düster im Boot. Ich putze wieder einmal gründlich durch und staune nicht schlecht: Die Decke erweist sich beim Bearbeiten mit Spiritus als viel heller, als angenommen. Da habe blakende Kerzen und Petroleumslampen über Jahrzehnte die helle Holzdecke fast schwarz gefärbt. Mit Grillreiniger bekomme ich das ganze fast sauber, allerdings sieht es nun aus, wie eine schmutzige Holzdecke, die mir Grillreiniger saubergemacht wurd. Es wird nicht richtig schön. Also schnappe ich mein Motorrad und kaufe Farbe. Und streiche die Decke weiß.
Mit dem neuen Klapprad erkundige ich Terschelling, gehe bei Ebbe am Strand spazieren,
Ich übernachte noch einmal auf der Kruzpole im Heeger Meer, dann segele ich nach Sneek. Ich hätte es nicht gedacht, aber die war die letzte Fahrt 2014. Das Wetter spielt nicht mehr mit, oder ich habe nicht frei bekommen.
Und schon wird hell im Salong
Dann segele ich los, der Nordwind beschehrt mir sehr zügige Fahrt durch die Friesischen Seen hinter Stavoren Richtung Konwerdersend wird es aber zäh und ich brauche bis zum Abend, als ich bei der Schleuse anlege.
Mit meiner neuen Anlegekompetenz fahre ich morgens ganz gelassen in die Schleuse und lasse mich vom Ebbstrom ziehen. Merkwürdig, nach einer Stunde habe ich keine Landsicht mehr, totzdem ist mir klar, dass ich, wenn ich das Fahrwasser verlassen würde, sofort aufsetze. Ich könnte stehen.
und sitze abends am Paviljoen De Walvis und sehe der Sonne beim Untergehen zu. Frieden, Ruhe, Geplauder der Menschen um mich rundherum. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, es ist warm. Wie viel Glück und wie viel Reichtum kann man erleben...
Dann fahre ich weiter, es ist nur eine kurze Überfahrt nach Vliland. 4 Stunden, dann bin ich da. Ich habe keine Lust in den Hafen einzulaufen und ankere im Gatt. Vom Ufer her schallt Musik, da werde ich neugierig und fahre nachmittags doch in den Hafen ein.
Und mitten drin bin ich im Festival into the great wide open Die ganze Insel voller Fahrräder und mitten in Wald Musikbühnen. Kunst, Hippies, leider gibt es keine Karten mehr und ich muss als Zaungast zusehen.
Langsam muss ich weiter aber will unbedingt einen Tag durchsegeln. Also Leinen los, und einmal Rund um Vliland und weils so gut geht, auch noch gleich an Texel vorbei.
Ich erwische glückliches Timing und laufe mit der Flut zwischen der Südspitze Texel und der Sandbank Noorderhaaks hindurch mit
In Den Oever komme ich um 19 Uhr an, finde einen gemütlichen Liegeplatz im Binnenhafen. Der ist allerdings genauso unspektakulär wie die Stadt. Also fahre ich am nächsten morgen gleich weiter.Ich übernachte noch einmal auf der Kruzpole im Heeger Meer, dann segele ich nach Sneek. Ich hätte es nicht gedacht, aber die war die letzte Fahrt 2014. Das Wetter spielt nicht mehr mit, oder ich habe nicht frei bekommen.
Samstag, 12. Juli 2014
Markermeer 6.7.-12.7.14
Fast schon stürmisch geht es zuerst nach Lemmer, dann durch die Schleuse auf das Ijjselmeer. Es ist windig, sehr warm und die Wolken sind wirklich bedrohlich. Ich segele in Sichtweite zu einer anderen Yacht, als plötzlich das Unwetter losbricht. Ich kann gerade noch die Schoten fieren, von Segel einholen bin ich weit entfernt. In Sekunden verliere ich völlig die Orientierung, ich versuche nur noch, mich mit dem Bug in den Wind zu stellen. Ich mache mir Sorgen um meine Segel, die wie wild im Wind schlagen, aber ich traue mich nicht nach vorn zu gehen, um sie zu bergen. Es ist fast dunkel und das Wasser hat eine Schicht Wasserstaub. Beängstigend, aber genau so schnell, wie es anfängt, ist es auch wieder vorbei. Die andere Yacht, vorher rechts von mir, ist nun links.
Die Durchfahrt durch die Schleuse gestaltet sich, im Unterschied zur Fahrt mit Inge, völlig locker. Merkwürdig, aber es ist fast kein Wind mehr, ich setze die Genua schalte den Autopilot ein und mache es mir gemütlich. Maximal 4 Kn sind drin, aber nur 100m vor dem Hafen in Edam schläft der Wind völlig ein und ich dümpele. Für die letzten 100m muss ich tatsächlich noch den Motor anschmeißen.Der Gemeindehafen Edam ist eine Reihe von Liegeplätzen gegenüber des örtlichen Campingplatzes.
Am nächsten Tag stürmt es. Und regnet. Ich schaue mir Edam an, was gestern abend schöner war, laufe nach Volendamm und schlage die Zeit tot. Der Campingplatz hat einen Aufenthaltraum und hier liegen Bücher. Und geheizt ist es auch. Im Juli. Ich finde einen Krimi. The night, Joy Fielding saved my live.
Abends kommt Fußball, Deutschland verkloppt Brasilien.
trinke ein paar Bier und schlafe danach tief und fest.
Einen Tag später ist es immer noch sehr windig, aber ich lerne einen Skipper kennen, der im Sommer auf dem Ijsselmeer lebt. Und der löst mein Anlegeproblem:
Die Mittelleine:
Zwei Dicke Fender werden Mittschiffs positioniert, und bleiben auch da. Und eine Leine, hier als Pos. 1. Die halte ich beim Anlegen in der Hand. Beim Anfahren an den Steg bremse ich bis Nullfahrt ab, lege die Mittelleine über und hole sie dicht. Das verschafft mir die Zeit, Vor- und Heckleine ordentlich überzulegen. So einfach geht das.
In Monnikendamm ist das Wetter immer noch fies, aber ich suche den Grabstein von Inges Großeltern. Inge hat von ihrer Kindheit erzählt, in einer Erinnerung war sie bei der Beerdigung ihres Großvaters dabei. Die Beschreibung ist zwar wenig zielführend aber kurz bevor ich aufgeben will, finde ich den Grabstein.
Die Weiterfahrt geht durch die Schleuse Lelystadt bis Urk. Hier berge ich Segel, weil die CN-Wolken innerhalb kürzerster Zeit auftürmen und überall Donner zu hören ist. Und so übernachte ich vorsichtshalber in Urk. Was passiert, wenn ein Blitz ins Boot einschlägt, will ich nicht wissen und auch gar nicht herausfinden.
Die Heimfahrt ist sehr, sehr entspannt, ich mache es mir in der Hängematte am Vorstag bequem und lese.
Freitag, 20. Juni 2014
Schlechtwetter 16.6.-20.6.14
So schlimm schien es nicht gewesen zu sein, Dagmar fährt zum zweiten Mal mit. Allerdings ist das Wetter dieses Mal nicht so doll, es schaukelt und rappelt Ijsselmeertypisch, als wir Richtung Urk fahren. So wird Dagmar dann auch seekrank. In Urk stelle ich fest, dass die Fußball-WM in Brasilien ausgebrochen ist und alle Kneipen holländisch beflaggt sind. Deutschland hat 4:0 gegen Portugal gewonnen. Abends gehen wir noch durch den Ort spazieren und an der Statue für die ertrunkenen Fischer mir wird klar, warum außer uns kaum jemand auf dem Wasser war. Es weht mit mindestens 5-6 Bft. 

In Urk lerne ich zwei Jungs kennen, die ein Geschäftsidee aufziehen wollen: Fisch in Urk auf der Versteigerung ganz frisch kaufen und an ausgewählte Abnehmer in Deutschland verkaufen.
Am nächsten Morgen leihen Dagmar und ich uns zwei Räder und fahren nach Schokland, das war mal eine Insel, bevor der Abschlussdeich gebaut wurde und der Noordoostpolder angelegt wurde.
Schon merkwürdig, einen Hafen inmitten von Feldern zu sehen.
Wir fahren weiter nach Lelystadt, bleiben allerdings im Hafen nördlich der Schleuse. Lelystadt selbst erschließt sich mir nicht: Ein Modell toller, moderner Architektur.
Nur das Model der wieder erstandenen Batavia fasziniert mich:
Sonntag, 18. Mai 2014
Zweihandsegeln, die 2. 15.5.-17.5.14
Offenbar entwickelt sich mein Boot zum Argument auf dem Single-Markt, Sie heißt Dagmar und ist schon einmal über den großen Teich gefahren. Zwar nur als Hand-gegen-Koje, aber immerhin. Mehr als ich.
Es ist wunderschönstes Sommerwetter, ideale Windverhältnisse, eine Werbung fürs Segeln.Und natürlich auch für mich.
Zum Schluss geraten wir von Lemmer in eine Regatta alter Plattbodenschiffe.
Freitag, 2. Mai 2014
Ein bisschen wie Robinson 2.5.-4.5.14
Mein Job machts möglich, weil ich auf meiner Station immer ein paar Tage durcharbeite, ergeben sich Möglichkeiten, immer wieder ein paar Tage frei zu machen. Und da das Wetter in diesem Jahr fantastisch ist, nutze ich jede, aber auch jede Gelegenheit aus, um mich auf Motorrad zu schwingen und nach Holland zu fahren. Und so bin ich dieses verlängerte Wochenende wieder bei strahlendem Sonnenschein unterwegs.
Ich fahre problemlos mit schönem raumem Wind bis zur Schleuse Stavoren und kriege sogar ein tadelloses Anlegemanöver hin. Allerdings liege ich sehr dicht am seeseiten Tor und als der Schleusenwärter Wasser einstömen lässt drückt das mein Boot unbarmherzig mit dem Bug von der Kaimauer weg. Ich kann das Boot alleine nicht halten, so knackig schnell strömt das Wasser in die Schleuse ein. Das üben wir aber noch, gell Herr Schleusenwärter?
Mit viel Drücken und Schieben von den anderen Booten kriege ich das Boot einigermaßen in Fahrtrichtung, aber leider stehe der Motor auf volle Kurvenfahrt. Das Ablegemanöver wird so auch haarsträubend.
Trotzdem geht es frohen Mutes Richtung Medemblik, immer dem Windrad hinterher.
Das Windrad ist eine tolle Peilmarke, über 200m hoch, was in Deutschland Bürgerinitiatven auf die Straße treiben würde, wird in Holland dagegen sehr gelassen gesehn.
In Medemblik versorge ich mich mit ein paar zusätzlichen Fendern, ich hab keine Lust, mit drei Fendern rumzueiern und die dauernd umzuhängen. Zurück segele ich nur das letzt Drittel, zu wenig Wind.
Ich entdecke in den Friesischen Meeren die Insel "Kruzpole" für mich, eine Insel, die eigendlich nur aus einer Ankerbucht besteht. Man darf drei Tage kostenlos ankern, allerdings in Boxen, für die mein Boot einfach zu klein ist, so wird die Einfahrt in die Box abenteuerlich.
Ich fahre problemlos mit schönem raumem Wind bis zur Schleuse Stavoren und kriege sogar ein tadelloses Anlegemanöver hin. Allerdings liege ich sehr dicht am seeseiten Tor und als der Schleusenwärter Wasser einstömen lässt drückt das mein Boot unbarmherzig mit dem Bug von der Kaimauer weg. Ich kann das Boot alleine nicht halten, so knackig schnell strömt das Wasser in die Schleuse ein. Das üben wir aber noch, gell Herr Schleusenwärter?
Mit viel Drücken und Schieben von den anderen Booten kriege ich das Boot einigermaßen in Fahrtrichtung, aber leider stehe der Motor auf volle Kurvenfahrt. Das Ablegemanöver wird so auch haarsträubend.
Trotzdem geht es frohen Mutes Richtung Medemblik, immer dem Windrad hinterher.
Das Windrad ist eine tolle Peilmarke, über 200m hoch, was in Deutschland Bürgerinitiatven auf die Straße treiben würde, wird in Holland dagegen sehr gelassen gesehn.
In Medemblik versorge ich mich mit ein paar zusätzlichen Fendern, ich hab keine Lust, mit drei Fendern rumzueiern und die dauernd umzuhängen. Zurück segele ich nur das letzt Drittel, zu wenig Wind.
Ich entdecke in den Friesischen Meeren die Insel "Kruzpole" für mich, eine Insel, die eigendlich nur aus einer Ankerbucht besteht. Man darf drei Tage kostenlos ankern, allerdings in Boxen, für die mein Boot einfach zu klein ist, so wird die Einfahrt in die Box abenteuerlich.
Außer mir ist nur ein einziger Segler da, eigentlich merkwürdig...
Hier übernachte ich, fühle mich wie Robinson, als mein Steak mit Knoblauch auf dem Lagerfeuer vor sich hinbrutzelt...Dienstag, 15. April 2014
Zweihandsegeln 15.4.-19.4.14
Nach der ganzen Einhandsegelei versuche ich es tatsächlich mal zu zweit. Sie heißt Inge, stammt aus Süddeutschland und hat eine Menge Scheine, die ich nicht habe. Zum Beispiel arbeitet sie gerade am SKS, der für mich ziemlich weit weg ist.
Außerdem stammen ihre Vorfahren aus Holland und sie spricht zudem holländisch. Schwäbisch-holländisch aber immerhin.
Ich bin gespannt, wie es sich auf dem engen Boot zu zweit lebt, immerhin gibt es keine abschließbare Toilette. Allerdings habe ich das Wikingerklo (vulgo: Eimer) mittlerweile durch ein Porta-Potti ersetzt. Das klappt ganz gut.
Wir starten in Sneek und fahren die bekannte Route nach Lemmer um auch zu zweit einen schönen Stunt in der Schleuse hinzulegen. Ich kriege es einfach nicht hin, das Boot so zu stoppen, dass ich die Vor- und Heckleine gleichzeitig überlegen kann. Habe ich eine Leine übergelegt, dreht das Boot sich bereits wieder vom Kai weg, Versuche, mit der Vor- oder Heckleine das Boot zu stoppen haben etwas selbstzerstörerisches. Egal. Wir kommen bei mäßig schönem Wetter um 19:00 in Enkhuisen an.
Und endlich ist auch das in ganz Holland berühmte Freilichtmuseum offen. Ein traumhafter Tag erwartet uns. Das Tolle:
Schaupieler übernehmen Rollen und spielen Szenen aus 1900 nach. Nach einem Tag in Enkhuisen fahren wir weiter, durch die Schleusen ins Markermeer und hier Richtung Hoorn.
Hinter der Schleuse beginnt dann mal richtig windig zu werden, der Wind kommt mit 5-6 Bft. aus Süden und fordern uns schon einiges ab.
Ich weiß jetzt, dass ich die Reling ins Wasser bringen kann, dann ist mit Krängung aber auch Schluss. Die Fahrt macht uns trotzdem beide nervös, man weiß ja nie...
Als ich vor Hoorn den Motor starten will, startet der kurz und bleibt beim Einlegen des Gangs stehen. Bums-Aus-Nixgehtmehr. Nach der etwas nervenaufreibenden Fahrerei braucht es nun wirklich keinen kaputten Motor. Der Motor startet wieder, aber beim Gang einlegen geht er aus. Zuerst einmal den Anker raus, bevor wir auf Legerwall laufen, denn durch den Wind treiben wir schnell Richtung Land.
Dann steige ich die Badeleiter runter, vielleicht kann ich am Motor was erkennen und: Oh, Peinlichkeit! die Vorleine hat sich durch die Schaukelei selbständig gemacht und in der Schraube des Außerborders verhängt. Das Problem ist schnell gelöst, der Motor startet, Anker wird gelichtet und Inge sitzt im Stile eines Rodeo-Reiter auf dem Vorschiff und hält Anker und Leinen fest, bis wir im Hafen sind. Da verlieren wir tatsächlich nochmal zwei Fender, die erst wieder mühsam mit den Bootshaken geborgen werden müssen.
Hoorn ist eine sehr alte, prachtvolle Stadt voller schiefer Häuser.
Einen Tag laufen wir durch die Stadt und wundern uns, warum die Häuser, die zum Teil wirklich absurd krumm stehen, nicht einfach umfallen.
Der Freitag ist Karfreitag und dann ist im protestantischen Holland alles zu. Wir nutzen daher den Tag, um gemütlich bei schönstem Wetter zurück zur Schleuse und dann mit halbem Wind nach Stavoren zu fahren. Der Hafen ist merklich besser gefüllt als noch vor zwei Wochen und - oh Wunder - die Schleuse ist endlich fertig gebaut.
Eine Nacht bleiben wir in Stavoren, dann fahren wir durch die neu erstelle Doppelschleuse und über die Friesischen Seen zurück. Das geht allerdings nur mit Motorkraft, denn der Wind kommt exakt von vorne und das Motörchen muss ordendlich arbeiten um wenigsten 3 kn hinzukriegen.
Freitag, 28. März 2014
Kleine Runde 28.3.14 -1.4.14
Ich habe ein paar Tage frei und es zieht mich bei der großartigen Wettervorhersage aufs Wasser- Also Leinen los und erst einmal auf nach Makkum.
Allerdings ist weder die Schleuse bei Stavoren (immer noch nicht fertig) noch die in Makkum (zu flach) zu befahren, also fahre ich bis Lemmer, hisse die Segel und fahre im Affenzahn bei raumen Wind bis vor Stavoren, dann geht es weiter mit vollem Segel und 5-6 kn bis Makkum. Es wird dunkel (und kühl) als ich um 18:00 ankomme.
Ich leihe mir vor Ort ein Fahrrad und fahre über Land - nach Bolsward, und einmal auf den Abschlussdeich.
Auf dem Abschlussdeich. Es war windig, zumindest subjektiv und die Fahrradfahrt ein Mühsal.
Auch hier sind es gerade mal 20 sm, trotzdem dauert die Fahrt ewig. 1-2 Bft schlafen irgendwann völlig ein, so dass ich mich dann entschließe, zu ankern und ein bisschen zu schwimmen. Ha! schwimmen! Im IJsselmmer im März! Es sind zwar 25 Grad Lufttemperatur und ich habe den ersten ordendlichen Sonnenbrand des Jahres, aber mir bleibt bei Versuch ins Wasser zu gehen, trotz kurzen Neoprens fast das Herz stehen.
Allerdings ist weder die Schleuse bei Stavoren (immer noch nicht fertig) noch die in Makkum (zu flach) zu befahren, also fahre ich bis Lemmer, hisse die Segel und fahre im Affenzahn bei raumen Wind bis vor Stavoren, dann geht es weiter mit vollem Segel und 5-6 kn bis Makkum. Es wird dunkel (und kühl) als ich um 18:00 ankomme.
Ich leihe mir vor Ort ein Fahrrad und fahre über Land - nach Bolsward, und einmal auf den Abschlussdeich.
Bolsward
Das Rathaus von Boldward. Eine Freundin hatte mir geschrieben, dass sie Erinnerungen an ein Bild Ihrer holländischen Großeltern hätte, die nach Ihrer Hochzeit in diesem Rathaus auf der Treppe gestanden hätten. Also wird die Treppe abgelichtet
Viel ist nicht los
Werbung für den Betrieb eines Holzschnitzers
Auf dem Abschlussdeich. Es war windig, zumindest subjektiv und die Fahrradfahrt ein Mühsal.
Die Einfahrt in die Schleuse von Konwerdersend
Nach zwei Tage hisse ich wieder die Segel - nach Medemblik
Nun wird das erste Mal die Genua angeschlagen und weil so schön ist, auch gleich ein Schmetterling mit Spinackerbaum aufgebaut. Und so geht es dann langsam aber sicher nach Medemblik. Wo ich abends um 18:00 ankomme und im erstklassigen De Twee Schouwtjes esse.
Die Rückfahrt nach Lemmer beginnt mit Nebel und einem unangenehmen Wellengang. Die Wellen sind tatsächlich nur einen halben Meter hoch, aber wenn sie von vorne kommen, fies. Ich komme Nachmittag in Lemmer an und entschließe mich, meine sterbende Bordbatterie auszutauschen. Die Tanke in Lemmer ist sehr behilflich und preiswert.
Dann tuckere ich nach Sneek zurück
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Im Grunde ist es sicher albern, einen Weg von weniger als 10 km als Segeltour zu beschreiben. Aber manchmal macht der Spaß- und Erholung...








































