Dienstag, 15. April 2014
Zweihandsegeln 15.4.-19.4.14
Nach der ganzen Einhandsegelei versuche ich es tatsächlich mal zu zweit. Sie heißt Inge, stammt aus Süddeutschland und hat eine Menge Scheine, die ich nicht habe. Zum Beispiel arbeitet sie gerade am SKS, der für mich ziemlich weit weg ist.
Außerdem stammen ihre Vorfahren aus Holland und sie spricht zudem holländisch. Schwäbisch-holländisch aber immerhin.
Ich bin gespannt, wie es sich auf dem engen Boot zu zweit lebt, immerhin gibt es keine abschließbare Toilette. Allerdings habe ich das Wikingerklo (vulgo: Eimer) mittlerweile durch ein Porta-Potti ersetzt. Das klappt ganz gut.
Wir starten in Sneek und fahren die bekannte Route nach Lemmer um auch zu zweit einen schönen Stunt in der Schleuse hinzulegen. Ich kriege es einfach nicht hin, das Boot so zu stoppen, dass ich die Vor- und Heckleine gleichzeitig überlegen kann. Habe ich eine Leine übergelegt, dreht das Boot sich bereits wieder vom Kai weg, Versuche, mit der Vor- oder Heckleine das Boot zu stoppen haben etwas selbstzerstörerisches. Egal. Wir kommen bei mäßig schönem Wetter um 19:00 in Enkhuisen an.
Und endlich ist auch das in ganz Holland berühmte Freilichtmuseum offen. Ein traumhafter Tag erwartet uns. Das Tolle:
Schaupieler übernehmen Rollen und spielen Szenen aus 1900 nach. Nach einem Tag in Enkhuisen fahren wir weiter, durch die Schleusen ins Markermeer und hier Richtung Hoorn.
Hinter der Schleuse beginnt dann mal richtig windig zu werden, der Wind kommt mit 5-6 Bft. aus Süden und fordern uns schon einiges ab.
Ich weiß jetzt, dass ich die Reling ins Wasser bringen kann, dann ist mit Krängung aber auch Schluss. Die Fahrt macht uns trotzdem beide nervös, man weiß ja nie...
Als ich vor Hoorn den Motor starten will, startet der kurz und bleibt beim Einlegen des Gangs stehen. Bums-Aus-Nixgehtmehr. Nach der etwas nervenaufreibenden Fahrerei braucht es nun wirklich keinen kaputten Motor. Der Motor startet wieder, aber beim Gang einlegen geht er aus. Zuerst einmal den Anker raus, bevor wir auf Legerwall laufen, denn durch den Wind treiben wir schnell Richtung Land.
Dann steige ich die Badeleiter runter, vielleicht kann ich am Motor was erkennen und: Oh, Peinlichkeit! die Vorleine hat sich durch die Schaukelei selbständig gemacht und in der Schraube des Außerborders verhängt. Das Problem ist schnell gelöst, der Motor startet, Anker wird gelichtet und Inge sitzt im Stile eines Rodeo-Reiter auf dem Vorschiff und hält Anker und Leinen fest, bis wir im Hafen sind. Da verlieren wir tatsächlich nochmal zwei Fender, die erst wieder mühsam mit den Bootshaken geborgen werden müssen.
Hoorn ist eine sehr alte, prachtvolle Stadt voller schiefer Häuser.
Einen Tag laufen wir durch die Stadt und wundern uns, warum die Häuser, die zum Teil wirklich absurd krumm stehen, nicht einfach umfallen.
Der Freitag ist Karfreitag und dann ist im protestantischen Holland alles zu. Wir nutzen daher den Tag, um gemütlich bei schönstem Wetter zurück zur Schleuse und dann mit halbem Wind nach Stavoren zu fahren. Der Hafen ist merklich besser gefüllt als noch vor zwei Wochen und - oh Wunder - die Schleuse ist endlich fertig gebaut.
Eine Nacht bleiben wir in Stavoren, dann fahren wir durch die neu erstelle Doppelschleuse und über die Friesischen Seen zurück. Das geht allerdings nur mit Motorkraft, denn der Wind kommt exakt von vorne und das Motörchen muss ordendlich arbeiten um wenigsten 3 kn hinzukriegen.
Freitag, 28. März 2014
Kleine Runde 28.3.14 -1.4.14
Ich habe ein paar Tage frei und es zieht mich bei der großartigen Wettervorhersage aufs Wasser- Also Leinen los und erst einmal auf nach Makkum.
Allerdings ist weder die Schleuse bei Stavoren (immer noch nicht fertig) noch die in Makkum (zu flach) zu befahren, also fahre ich bis Lemmer, hisse die Segel und fahre im Affenzahn bei raumen Wind bis vor Stavoren, dann geht es weiter mit vollem Segel und 5-6 kn bis Makkum. Es wird dunkel (und kühl) als ich um 18:00 ankomme.
Ich leihe mir vor Ort ein Fahrrad und fahre über Land - nach Bolsward, und einmal auf den Abschlussdeich.
Auf dem Abschlussdeich. Es war windig, zumindest subjektiv und die Fahrradfahrt ein Mühsal.
Auch hier sind es gerade mal 20 sm, trotzdem dauert die Fahrt ewig. 1-2 Bft schlafen irgendwann völlig ein, so dass ich mich dann entschließe, zu ankern und ein bisschen zu schwimmen. Ha! schwimmen! Im IJsselmmer im März! Es sind zwar 25 Grad Lufttemperatur und ich habe den ersten ordendlichen Sonnenbrand des Jahres, aber mir bleibt bei Versuch ins Wasser zu gehen, trotz kurzen Neoprens fast das Herz stehen.
Allerdings ist weder die Schleuse bei Stavoren (immer noch nicht fertig) noch die in Makkum (zu flach) zu befahren, also fahre ich bis Lemmer, hisse die Segel und fahre im Affenzahn bei raumen Wind bis vor Stavoren, dann geht es weiter mit vollem Segel und 5-6 kn bis Makkum. Es wird dunkel (und kühl) als ich um 18:00 ankomme.
Ich leihe mir vor Ort ein Fahrrad und fahre über Land - nach Bolsward, und einmal auf den Abschlussdeich.
Bolsward
Das Rathaus von Boldward. Eine Freundin hatte mir geschrieben, dass sie Erinnerungen an ein Bild Ihrer holländischen Großeltern hätte, die nach Ihrer Hochzeit in diesem Rathaus auf der Treppe gestanden hätten. Also wird die Treppe abgelichtet
Viel ist nicht los
Werbung für den Betrieb eines Holzschnitzers
Auf dem Abschlussdeich. Es war windig, zumindest subjektiv und die Fahrradfahrt ein Mühsal.
Die Einfahrt in die Schleuse von Konwerdersend
Nach zwei Tage hisse ich wieder die Segel - nach Medemblik
Nun wird das erste Mal die Genua angeschlagen und weil so schön ist, auch gleich ein Schmetterling mit Spinackerbaum aufgebaut. Und so geht es dann langsam aber sicher nach Medemblik. Wo ich abends um 18:00 ankomme und im erstklassigen De Twee Schouwtjes esse.
Die Rückfahrt nach Lemmer beginnt mit Nebel und einem unangenehmen Wellengang. Die Wellen sind tatsächlich nur einen halben Meter hoch, aber wenn sie von vorne kommen, fies. Ich komme Nachmittag in Lemmer an und entschließe mich, meine sterbende Bordbatterie auszutauschen. Die Tanke in Lemmer ist sehr behilflich und preiswert.
Dann tuckere ich nach Sneek zurück
Donnerstag, 13. März 2014
Zurück nach Sneek
Es ist eines wundersame Fahrt: Völlig windstill, zum Teil dichter Nebel.
Und so beende ich meinen ersten Ijsselmeer-Törn nach einer Motorfahrt gegen Mittag in strahlendem Sonnenschein in Sneek.
Ich lasse Schlafsack und Klamotten an Bord und fahre mit dem Motorrad zurück nach Köln - arbeiten.
Und so beende ich meinen ersten Ijsselmeer-Törn nach einer Motorfahrt gegen Mittag in strahlendem Sonnenschein in Sneek.
Ich lasse Schlafsack und Klamotten an Bord und fahre mit dem Motorrad zurück nach Köln - arbeiten.
Mittwoch, 12. März 2014
Stavoren
Obwohl es von Hindeloopen bis Stavoren ein Katzensprung von 4 sm sind, dauert die fahrt eine Ewigkeit. Es ist zuerst Flaute, dann Windstille. Auf Motorfahrt habe ich keine Lust, daher dümpele ich vor mich hin, bis ich um 15 Uhr in Stavoren ankomme. Die Schleusendurchfahrt bleibt mir noch verwehrt, die Schleuse wird gerade erweitert.
Der Hafen - komplett leer...
In einer der vielen Schapps und Kisten unter Deck habe ich dann auch noch eine komplette Kuchenbude gefunden - und gleich ausprobiert.
Der Hafen - komplett leer...
In einer der vielen Schapps und Kisten unter Deck habe ich dann auch noch eine komplette Kuchenbude gefunden - und gleich ausprobiert.
Dienstag, 11. März 2014
Hindeloopen
Ich lasse es gemütlich angehen fahre um zehn Uhr los und nehme Kurs auf Hindeloopen. Das ist die kleinste Stadt in Friesland und soll recht hübsch sein. Zuerst geht es flott voran, ich schaffe sechs Knoten bei vier Bft. Wind, dann schläft der Wind immer weiter ein. Was aber völlig egal ist. Ich habe jede Menge Zeit und komme um 16 Uhr in Hindeloopen an. Mal wieder: ein fast leerer Hafen, ich bin bei diesem grandiosen Wetter allein unterwegs.
Der Blick aus der Kombüse
So ganz allmählich lerne ich auch das Einparken in Boxen
Keiner da: Hindeloopen außerhalb der Touristensaison
Sonntag, 9. März 2014
Enkhuisen
In irgendeinem Forum hatte ich gelesen, dass man bei mehr als 4 Bft eigendlich auf dem Ijjselmmer nix verloren habe, Spitze, bösen Wellen würden den Seefahren durchschüttlen, Material und Passagiere würden brechen. Man soll allerdings auch nicht in Winter und Nebel auf die Nordsee fahren.
Nun, es sind knapp vier Bft, und strahlender Sonnenschein, als ich Lemmer verlasse und durch die Princess Margriet Schleuse fahre. Die entpuppt sich als schwierig allein, weil man nix zum festhalten findet, außer einer Kette außerhalb der Reichweite und Versuche, die Vor- und Heckleine über die Poller zu schmeißen, sehen lustig aus und sind weitgehend erfolglos.
Die Überfahrt ist traumhaft: Perfektes Segelwetter, ich bin fast allein auf dem Wasser, schnell unterwegs und schaffe die 18 sm in dreieinhalb Stunden.
Dazu näht er das Ende des neuen Falls an das Ende des alten und zieht die ganze Angelegenheit entspannt durch den Mast.
Also ich wäre da hoch geklettert...
Nun, es sind knapp vier Bft, und strahlender Sonnenschein, als ich Lemmer verlasse und durch die Princess Margriet Schleuse fahre. Die entpuppt sich als schwierig allein, weil man nix zum festhalten findet, außer einer Kette außerhalb der Reichweite und Versuche, die Vor- und Heckleine über die Poller zu schmeißen, sehen lustig aus und sind weitgehend erfolglos.
Die Überfahrt ist traumhaft: Perfektes Segelwetter, ich bin fast allein auf dem Wasser, schnell unterwegs und schaffe die 18 sm in dreieinhalb Stunden.
der Pinnenpilot bei der Arbeit: Zeit für Siesta
Meine Mütze: ein Erinnerungsstück
Die geschwungenen Formen der Segel: Ich könne mich nie daran sattsehen
der Compagniehafen in Enkhuisen. Untypisch: Jede Menge Liegeplätze.
In Enkhuisen verliebe ich mich auf den ersten Blick - es ist und bleibt für mich die schönste der Ijsselmeerstädte. Zuerst werde ich auf eine Party im Hafen - mit Segelflohmarkt - eingeladen, dann streune ich ein bisschen durch die Stadt.
Das Freilichtmuseum ist noch geschlossen, aber die ganze Stadt erscheint wie ein einziges Museum. So wandere ich einen ganzen Tag durch die Stadt und lege erst am übernächsten Tag wieder ab.
Achja, ein bisschen was zu reparieren gibt es auch. Der Drahtvorlauf des Großfalls rippelt sich ein wenig auf. Im "Scheepswinkel" am Hafen bekomme ich Ersatz - und weil noch nichts los ist, zieht der Azubi des Ladens das Fall gleich ein.Das Freilichtmuseum ist noch geschlossen, aber die ganze Stadt erscheint wie ein einziges Museum. So wandere ich einen ganzen Tag durch die Stadt und lege erst am übernächsten Tag wieder ab.
Dazu näht er das Ende des neuen Falls an das Ende des alten und zieht die ganze Angelegenheit entspannt durch den Mast.
Also ich wäre da hoch geklettert...
Freitag, 7. März 2014
Frühling lässt sein blaues Band...
Es ist kaum zu glauben, aber nach diesem nixigen Winter ist es bereits im März WARM
Ich scharre mit den Hufen, während der Bootsmesse in Düsseldorf habe ich einen Liegeplatz in der Nähe angemietet und da kann ich in ein paar Tagen einziehen.
http://www.hartvanfriesland.com/de/
Ein bisschen will ich aber noch basteln, ich ersetze die stromfressenden Positionsleuchten durch LED. Die Diskussion im Netz, dass man praktisch auf der Stelle verhaften wird, wenn man damit erwischt wird, beeindruckt mich nicht. Mir ist bis heute auch noch nie jemand dumm gekommen...
Außerdem lackiere ich die Luke und die Schotts, und wenn ich nicht schraube, lackiere und schleife, streife ich durch dieses bezaubernde Städtchen.
Ich fahre mit dem Motor ins sagenumwobene Lemmer. Hat man schon viel von gehört, jetzt will ichs dann auch mal sehen.
Das, wo die ganzen Boot liegen sollen.
Ich scharre mit den Hufen, während der Bootsmesse in Düsseldorf habe ich einen Liegeplatz in der Nähe angemietet und da kann ich in ein paar Tagen einziehen.
http://www.hartvanfriesland.com/de/
Ein bisschen will ich aber noch basteln, ich ersetze die stromfressenden Positionsleuchten durch LED. Die Diskussion im Netz, dass man praktisch auf der Stelle verhaften wird, wenn man damit erwischt wird, beeindruckt mich nicht. Mir ist bis heute auch noch nie jemand dumm gekommen...
Außerdem lackiere ich die Luke und die Schotts, und wenn ich nicht schraube, lackiere und schleife, streife ich durch dieses bezaubernde Städtchen.
Frisch geputzt und gestrichen (wenigstens die Holzteile)
Grouw, sieht irgenwie ein bisschen wie Disneyland aus
Der erste Morgen in Holland
Frühstück an Deck. Es hat gefroren in der Nacht und mich haut es fast über eine dünne Eisschicht ins Wasser. Außerdem lerne ich, dass Karnemelk Buttermilch ist. Schmeckt nicht im Kaffee.Ich fahre mit dem Motor ins sagenumwobene Lemmer. Hat man schon viel von gehört, jetzt will ichs dann auch mal sehen.
Das, wo die ganzen Boot liegen sollen.
Immerhin: Es gibt einen Strand und viel holländisches Städchen
Dienstag, 17. Dezember 2013
Everything comes to an End
Dokkum zeigt sich regnerisch, meine Laune ist, trotz Dusche am Abend vorher schlecht.
Gegen Mittag erreiche ich Leeuwarden und muss erst einmal warten. Als ich am Wartesteiger der ersten städtischen Brücke anlege, tuts hinter mir einen Schepperer. Ich habe nicht auf die überhängenden Bäume geachtet, und damit hat es mir meine Funkantenne runtergebrochen. Die ist gleich hinter mir eingeschlagen, ich hab mir gottseidank nicht getan.
Glücklicherweise hat es aufgehört zu regnen, so genieße ich die Fahrt durch eine Stadt, die sich anfühlt, wie eine Fahrt durch einen Park. Der Kanal folgt dabei der alten, eckigen Stadtmauer, alte Bäume und Rasenflächen säumen den Kanal. Im Sommer muss das hier traumhaft sein.
Im Süden wird mir der obligatorische Klompen für das Brückengeld entgegen gehalten und ich bin wieder auf die Fernsteuerung der Brücken angewiesen. An der ersten Brücke ist eine Telefonnummer angeschrieben, wo ich Brückenbedienung anfordern kann. Der Mitarbeiter spricht zum Glück perfekt deutsch und stellt sich mir als persönlicher Betreuer vor: Wohin ich denn fahren möchte, er behält mich dann weiter im Blick - Sehr schön!
lustige Brücke bei Leeuwarden
Nur die Eisenbahnbrücken südlich von Leeuwarden gehören nicht zu seinem Gebiet und so verbringe ich hier eine unangenehme Stunde am Wartesteiger. Die Dickschiffe fahren nur wenige Meter an mir vorbei, so dass an kochen oder essen kaum zu denken ist. Die Brücke wird aber erst geöffnet, als ein Großer vorbeikommt, der nicht unter der Eisenbahnbrücke durchpasst.Ich jubele den Motor auf Hochtouren, um mit dem Dicken mitzuhalten, passiere dann auch problemlos die nächsten zwei Brücken. Danach bin ich wieder unter der Obhut meines persönlichen Betreuers, der mit die Brücken immer schon bei der Anfahrt öffnet.
Unschön wird eine Begegnung in Wergea, ein Schild wirbt für die Durchfahrt durch den Ort mit "kostenloser Brücke". Ein Blick in die Karte bestätigt: Kürzer, schneller.
Die Fahrt wird zur Quälerei: Nach 100 Metern merke ich schon, dass das mit dem Tiefgang im Winter wohl nicht hinhaut. Der Motor muss sich immer weiter anstrengen um Geschwindigkeit zu halten, mitten im Ort geht dann gar nichts mehr. Ich hänge mal wieder im Schlick fest. Und die "kostenlose Brücke" ist noch nicht einmal in Sichtweite.
Meine Versuche, frei zu kommen, werden von einigen Mitarbeitern einer Werft andächtig verfolgt, keiner macht Anstalten, in das kräftig wirkende Motorboot zu steigen. Ich winke, ich zeige an, dass ich feststecke (jetzt müsste es doch wohl auch der letzte Trottel verstanden haben): nichts.
In aller Seelenruhe beenden die Jungs ihre Pause treten die Kippen aus und gehen wieder an die Arbeit.
Ich gönne meinem Motor eine Minute Pause und versuche es noch einmal.
Wenn die mir in ihrem blöden Fallstrickkanal nicht helfen wollen, verqualme ich ihnen eben die Bude mit meinen Abgasen!
Ich schaffe es, das Boot auf der Stelle zu drehen, danach geht es buchstäblich Zentimeter für Zentimeter mit der Strategie des "Freiwühlens"wieder raus. Nach eine gefühlten Ewigkeit nimmt das Boot langsam wieder Fahrt auf, und verfolgt von den stupiden Blicken der Werftarbeiter, die die nächste Pause einlegen, fahre ich zurück zum Kanal: "Kostenlose Brücke" und Abkürzung am A...
Die Brücke auf dem Kanal ist auch kostenlos, und bald schlängelt sich der Weg wieder durch romantisch-schöne friesische Landschaft.
Der Zeitverlust entpuppt sich als ein Glücksfall: bei meiner Einfahrt nach Grouw dämmert es schon wieder und die winterlich eingeschränkten Bedienungszeiten der Brücken verhindern meine Weiterfahrt. Ich lege an einem freien, nicht weiter bezeichneten Steiger an und laufe erstmal durch dieses bezaubernde Städtchen. Dann stehe ich vor einer Jugendherberge (die heißen in Holland stayokay) und der Wunsch nach einem Bett und einen gut geheizten Zimmer wird übermächtig...
Endlich habe ich auch wieder Internet und kann die Wettervorhersage der nächsten Tage abrufen. Und die versprechen nix Gutes: Regen und viel Wind auf dem Ijsselmeer. Will ich mir das jetzt noch geben? Oder soll ich das Boot nicht einfach den Winter über in Grouw lassen und mir für den Frühling einen neuen Liegeplatz suchen?
Die Rezeption wird von einem netten jungen Kerl versorgt, der empfiehlt mich an einen Werft- und Ausrüstungsbetrieb "De Schiffart", vielleicht kann ich das Boot ja vorübergehend da unterstellen. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen mache ich das Ganze fix, der Preis ist wohl eher symbolisch. Also übergebe ich mein Boot ins Winterlager und fahre mit der Eisenbahn nach Hause.
Ich überlege mir ernsthaft, meinen ständigen Liegeplatz in Grow zu nehmen und schreibe mir die Kontaktdaten des Hafenmeisters auf. Leider hat sich nie jemand auf meine E-Mail hin gemeldet...
Tschüss Schabernack, bis zum nächstenFrühling!
Nach Dokkum
Sobald die Brückenwärter Ihr Wochenende beendet haben und die Brücke wieder einsatzbereit ist, fahre ich wieder los.
Die Fahrt geht durchs Reitdiep, einer wunderschönen romantischen Auenlandschaft. Mittags erreiche ich das Leuwersmeer und spiele mit dem Gedanken, wieder raus auf die Nordsee zu fahren, entscheide mich dann aber doch für den Kanal.
Die Betonnung ist wintertypisch ausgedünnt, bei der Ausfahrt kann ich das Fahrwasser nur erraten, die grünen Tonnen (sollen die jetzt die rechte oder linke Begrenzung darstellen?) sind unvollständig und weit auseinander.
Da passierts: Ich bleibe so erbarmungslos hängen, dass ich wohl keine Chance habe, alleine wieder flott zu kommen.
Der andauendernde Südwestwind, der den Wasserstand absenkt, keine Bagger im Winter, ein nicht ganz vorschriftsmäßig angebrachtes Fischernetz. Es reicht nicht, ich sitze im Schlick fest.
Ich versuche, ins vermutete Fahrwasser zurückzufahren, versuche Segel zu setzen um Schräglage hinzukriegen, nichts hilft. Eine halbe Stunde später kommen zwei Jungs mit einem Kahn und einem RIESIGEN Motor hinten dran.
Die wollen hier angeln. Sie nehmen mein Boot in Schlepp, ein paar Mal am Gas gedreht und schon ist das Boot frei.
Es wird dunkel, als ich in Dokkum ankomme, allerdings kann ich wieder einmal umsonst anlegen und habe dabei auch noch Strom am Liegeplatz. Die Duschkabinen und Toilette, die im Sommer wohl für die Passanten da sind, sind allerdings geschlossen.
Ich suche das städtische Schwimmbad, weil ich unbedingt duschen will, vielleicht auch schwimmen.
Das Schwimmbad finde ich schließlich, aber ich habe aber keine Badehose bei, und ohne Badehose kann ich nicht rein.Die Frau an der Kasse findet eine pragmatische Lösung und gibt mir ein Badetextil, die wohl jemand verloren hatte. Bis der Besitzer, der sicher nicht älter als 12 Jahre ist, das Teil wiederkriegt, hat sie ein gutes Werk getan und mir zum Eintritt ins Schwimmbad verholfen.
Und so stehe ich mit einer Mickey-Mouse-Badehose eine Stunde lang unter einem heißen Wasserstrahl...
Montag, 16. Dezember 2013
De Meuw
Das Örtchen, in dem ich festhänge, heißt De Meuw. Ich nutze den Tag in dem idyllischen Dörfchen um eine laufende Windmühle zu besichtigen und, endlich, klar Schiff zu machen.
Der Dreck im Inneren geht mir so auf die Nerven, so dass mein Spitituskocher Höchstleistung erbringen muss, um die Mengen Heißwasser zu kochen, die ich brauche, um den schlimmsten Schmier zu entfernen.
Das Recreatie Center ist allerdings eine Enttäuschung: Baustelle. Schade.
Der Dreck im Inneren geht mir so auf die Nerven, so dass mein Spitituskocher Höchstleistung erbringen muss, um die Mengen Heißwasser zu kochen, die ich brauche, um den schlimmsten Schmier zu entfernen.
Das Recreatie Center ist allerdings eine Enttäuschung: Baustelle. Schade.
Samstag, 14. Dezember 2013
Staande Mast Route
Es regnet. Der Delfzijler Hafen ist, so leer wie trostlos, dass ich nach dem Tanken gleich aufbreche. Ich habe einige Mühe, die Seeschleuse zu finden, die den Eingang zur Staande-Mast-Route darstellt, nach einigem Herumfragen erfahre ich, dass ich den Kanal, den ich gestern eingefahren bin, einen Kilometer zurückfahren muss, dann kommt die Schleuse.
Die Staande Mast Route ermöglicht es, durch den nördlichen Teil Hollands zu fahren, ohne den Mast umlegen zu müssen. Alle Brücken sind entweder hoch genug, oder werden bei Bedarf geöffnet. Eine schöne Ausweichmöglichkeit, wenn es auf der Nordsee zu windig ist.
Meine erste Schleuse, ich bin ganz aufgeregt und versuche auch gleich, an einem der Riesenpfosten, an denen die Frachtschiffe festmachen, anzulegen. Das geht natürlich nicht, das Boot treibt auch einmal rund um den Pfosten und ich hab mich heute zum ersten mal zum Clown gemacht.
Das zweite Mal folgt nur unwesentlich später, ich versuche in den Schleuse anzulegen und stehe, da ablandiger Wind herrscht, im 90 Grad Winkel zum Ufer.
Der Schleusenwärter hat ein Einsehen und lässt mich schnell durch, ich hätte wohl noch ein Weilchen gebraucht.
Zwei Dinge gelernt:
1. Sportboot haben eigene Wartesteiger
2. Anlegen bei ablandigem Wind in der Schleuse ist doof.
Ich muss mir irgendwas einfallen lassen, sonst wird das Anlegemanöver immer wieder peinlich.
Hinter der Schleuse geht es schnurgerade durch die holländische Regen-Winterlandschaft. Ich mache mir Gedanken, wie das mit Groningen funktionieren soll: Da kann man, wenn ich den Berichten Glauben schenken soll, nur im Konvoi durch .Da ich seit Tagen keinem einzigen Sportboot begegnet bin, ist ein Konvoi so unwahrscheinlich wie ein Skigeschäft in der Sahara.
Der erste Teil der Route ist recht langweilig, es geht schnurgeradeaus, allerdings kann ich an einigen Wartesteigern meine Anlegetechnik etwas verbessern. Lustigerweise öffnen sich die meisten Brücken bei meiner Ankunft automatisch, ich mahle mir aus, dass der Schleusenwärter der Seeschleuse seinen Kollegen Bescheid gesagt hat: "Da kommt so ein Chaot in einer ollen hellblauen Yacht, macht besser die Brücke auf, sonst macht der noch was kaputt"
In Groningen, es hat mittlerweile aufgehört zu regnen, stehe ich vor einer Brücke, die nicht sofort öffnet, aber es klingt ein herzliches "Hallo" von oben und dann erscheint ein Brückenwärter. Noch bevor ich richtig festgemacht habe, wird die Brücke hochgekurbelt und ich kann passieren. Bei der nächsten Brücke das selbe, aber das ist ja der selbe Brückenwärter! Der fährt, immer wenn er die Brücke wieder runtergekurbelt hat, mit dem Fahrrad nebenher und macht die nächste Brücke auf.
Die Fahrt geht durch die Altstadt von Delfzijl und manchmal ist die Durchfahrt so eng, dass es sich gerade noch ausgeht. Die dicken Plattbodenschiffe liegen nämlich in 2er und 3er Päckchen.
Von einem Boot winkt mir eine Frau zu, die wohl auf dem Schiff lebt: "Woher kommst Du?"
"Nordsee"
"Du bist ein mutiger Mann"
Und der mutige Mann errötet bis in die Haarspitzen...
Ich plane noch an einen Ort namens Garnwerd zu fahren, einige Kilometer hinter Groningen. Her soll es lauf Karte ein Recreatie Center geben. Ich sehe mich schon im Wellenbad und einer Sauna...
Als ich in die Nähe des Ortes komme,erfahre ich, wie heilig dem Holländer sein Weekend ist: Um 16 Uhr 55 passiere ich eine Brücke und als ich auf eine zweite, nur wenige hundert Meter entfernt zufahre, erscheint "rot-über-rot". Dä! Übers Wochenende geschlossen. Ich sitze zwischen zwei Brücken fest.
Die Staande Mast Route ermöglicht es, durch den nördlichen Teil Hollands zu fahren, ohne den Mast umlegen zu müssen. Alle Brücken sind entweder hoch genug, oder werden bei Bedarf geöffnet. Eine schöne Ausweichmöglichkeit, wenn es auf der Nordsee zu windig ist.
Meine erste Schleuse, ich bin ganz aufgeregt und versuche auch gleich, an einem der Riesenpfosten, an denen die Frachtschiffe festmachen, anzulegen. Das geht natürlich nicht, das Boot treibt auch einmal rund um den Pfosten und ich hab mich heute zum ersten mal zum Clown gemacht.
Das zweite Mal folgt nur unwesentlich später, ich versuche in den Schleuse anzulegen und stehe, da ablandiger Wind herrscht, im 90 Grad Winkel zum Ufer.
Der Schleusenwärter hat ein Einsehen und lässt mich schnell durch, ich hätte wohl noch ein Weilchen gebraucht.
Zwei Dinge gelernt:
1. Sportboot haben eigene Wartesteiger
2. Anlegen bei ablandigem Wind in der Schleuse ist doof.
Ich muss mir irgendwas einfallen lassen, sonst wird das Anlegemanöver immer wieder peinlich.
Hinter der Schleuse geht es schnurgerade durch die holländische Regen-Winterlandschaft. Ich mache mir Gedanken, wie das mit Groningen funktionieren soll: Da kann man, wenn ich den Berichten Glauben schenken soll, nur im Konvoi durch .Da ich seit Tagen keinem einzigen Sportboot begegnet bin, ist ein Konvoi so unwahrscheinlich wie ein Skigeschäft in der Sahara.
Der erste Teil der Route ist recht langweilig, es geht schnurgeradeaus, allerdings kann ich an einigen Wartesteigern meine Anlegetechnik etwas verbessern. Lustigerweise öffnen sich die meisten Brücken bei meiner Ankunft automatisch, ich mahle mir aus, dass der Schleusenwärter der Seeschleuse seinen Kollegen Bescheid gesagt hat: "Da kommt so ein Chaot in einer ollen hellblauen Yacht, macht besser die Brücke auf, sonst macht der noch was kaputt"
In Groningen, es hat mittlerweile aufgehört zu regnen, stehe ich vor einer Brücke, die nicht sofort öffnet, aber es klingt ein herzliches "Hallo" von oben und dann erscheint ein Brückenwärter. Noch bevor ich richtig festgemacht habe, wird die Brücke hochgekurbelt und ich kann passieren. Bei der nächsten Brücke das selbe, aber das ist ja der selbe Brückenwärter! Der fährt, immer wenn er die Brücke wieder runtergekurbelt hat, mit dem Fahrrad nebenher und macht die nächste Brücke auf.
Die Fahrt geht durch die Altstadt von Delfzijl und manchmal ist die Durchfahrt so eng, dass es sich gerade noch ausgeht. Die dicken Plattbodenschiffe liegen nämlich in 2er und 3er Päckchen.
Von einem Boot winkt mir eine Frau zu, die wohl auf dem Schiff lebt: "Woher kommst Du?"
"Nordsee"
"Du bist ein mutiger Mann"
Und der mutige Mann errötet bis in die Haarspitzen...
Ich plane noch an einen Ort namens Garnwerd zu fahren, einige Kilometer hinter Groningen. Her soll es lauf Karte ein Recreatie Center geben. Ich sehe mich schon im Wellenbad und einer Sauna...
Als ich in die Nähe des Ortes komme,erfahre ich, wie heilig dem Holländer sein Weekend ist: Um 16 Uhr 55 passiere ich eine Brücke und als ich auf eine zweite, nur wenige hundert Meter entfernt zufahre, erscheint "rot-über-rot". Dä! Übers Wochenende geschlossen. Ich sitze zwischen zwei Brücken fest.
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Sønderborg 2.9. - 6.9. 2026
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Im Grunde ist es sicher albern, einen Weg von weniger als 10 km als Segeltour zu beschreiben. Aber manchmal macht der Spaß- und Erholung...










































