Es ist Fronleichnam, tolles Wetter kündigt sich an, allein am Samstag soll es sehr windig werden.
Ich will nach Vliland, raus aus dem engen Ijsselmeer, Salzwasser unter den Kiel kriegen.
Dazu muss ich um 13 Uhr an der Schleuse in Kornwerdersend sein um mit dem ablaufenden Wasser rauszufahren. der Wind soll dann auch noch mit 4 -5 Bft aus W wehen, also sollte das eine Butterfahrt werden.
So stehe ich denn, ambitioniert um 9 Uhr vor der ersten Brücke in Sneek und motore gen Makkum. Wieder schaffe ich es nicht ganz, ich verbringe die Brückenwärter-Mittagspause allerdings an Bord einer Motoryacht mit vier Tschechen, die ihre erste Ölung am Tag schon hinter sich haben.
An der Schleuse dauert es, aber ich mache mir keine großen Sorgen, ich bin die Tour ja schon öfters gefahren. Über Harlingen will ich aber nicht, das würde wieder Strom-gegen-Wind bedeuten. Und das hatte ich letztes Jahr schon mal.
Am Flach am Schuitengatt um 15 Uhr passiert es dann: gerade als ich ins Schuitengatt einbiegen will:
Fest.
Superfest.
Pattexfest.
Ich vergewissere mich, dass ich im Fahrwasser bin. Bin ich.
Hundertausend Höllenhunde! Ich sitze fest.
Ich versuche auf der Stelle zu drehen, um dahin zurückzufahren, woher ich gekommen bin. -
Keine Chance, ich bin fest.
Ich versuche das Boot zu krängen um weniger Tiefgang zu haben. - Keine Chance, ich bin fest.
Ich binde mich ein und steige von Bord. Versuche zu ziehen, zerren heben -
Keine Chance, ich bin fest.
Ich bin zu spät angekommen, es sind 2,5 Stunden nach Hochwasser, und
dann scheint das, was jetzt schon ein halbes dutzend Mal ohne Probleme
geklappt hat, nicht mehr zu funktionieren. Das Flach am Schuitengatt ist
zu.
Und das Wasser sinkt weiter, also schone ich den Motor und warte auf steigendes Wasser. Gegen 22.30 soll es hoch genug sein, dass ich frei komme.
Ich bereite mich auf eine Nachtfahrt vor und lege mich ein bisschen aufs Ohr. Das Wetter ist ruhig, ich habe Telefonverbindung nach Hause der Kiel ist fest (das Ruder auch)
Bilder sagen mehr als 1000 Worte:
OK, den Außenborder hätte ich vielleicht mal hochnehmen können.
romantischer Abendspaziergang
Wer hätte das gedacht: Bei Ebbe ist die Stelle gerade noch Knietief
Ganz alleine war ich nicht, diese Yacht kam mir zwar näher, blieb aber auch stecken. Ohne sich dramatisch querzulegen.
Ich möchte rüberzulaufen, stelle aber auf halber Strecke fest, dass ich aus ökonomischen Gründen gar keine Hose an habe.
Kein Gute Idee also. Als es bei steigendem Wasser endlich wieder weitergeht, kommen die kurz bei mir vorbei und sehen, ob alles in Ordnung ist.
Der Kabelbinder am Bootshaken beweist: das Wasser steigt wieder.
Um nicht auf eine Sandbank getrieben zu werden, lege ich einen Anker. Bei Aufrichten knarzt und quietscht das Boot aus allen Ritzen.
Der Rest ist schnell erzählt:
Per Nachtfahrt gegen Strom und Wind nach Vliland: Nö.
Ich bekomme mit Müh und Not den Anker los, dann fahre ich, geleitet von der Navionics software zurück nach Kornwerdersend. Morgen soll es sehr windig werden, 6-7 aus NW, da geht mit segeln Richtung Inseln eh nichts.
Ich fahre vorsichtshalber im 2. Reff und schaffe sensationelle 8 kn über Grund, Also muss es bereits sehr windig sein. Nur: Ich bekomme davon fast nichts mit, ohne visuelle Korrektur wirkt das alles völlig ruhig.
Im Außenhafen schlafe ich erst mal aus und genieße einen tollen Segeltag auf dem Ijsselmeer. Ich übernachte in Hindeloopen im Gemeindehafen, treffe auf Bernd und seine Westerly. Und werde neidisch, ein Boot zu sehen, das Stehhöhe hat (aber auch 190 cm Tiefgang).
Und gondele gemütlich heimwärts und kümmere mich um einige kleine Bastelprojekte, die fertig sein sollten, wenn ich im Sommer los will.
Montag, 19. Juni 2017
Montag, 12. Juni 2017
Eva, Pinschi und das Twee Schouwtjes
Diese Wochenende muss es klappen. Das Wetter wird fantastisch und Eva hat sich angesagt. Mit Hund.
Wir starten noch Freitagsabends, ich bin wieder mal zu optimistisch, die Brücke Uitwellingerga ist abend natürlich zu. Aber wir übernachten entspannt an der Brücke und am nächsten Morgen haben wir schon eine Stunde Vorsprung.
In Medemblik liegen wir im Stadthafen, direkt vor dem Restaurant.
Es wird ein spektakulärer Festschmaus.
Evas isst ein perfektes Steak
und ich bekomme meine Fischmahlzeit
Die Rückfahrt beginnt sehr früh, wir müssen beide morgen arbeiten, aber der raume Wind treibt uns schnell rüber. Im Heeger Meer geraten wir mitten in eine Regatta.
Wir starten noch Freitagsabends, ich bin wieder mal zu optimistisch, die Brücke Uitwellingerga ist abend natürlich zu. Aber wir übernachten entspannt an der Brücke und am nächsten Morgen haben wir schon eine Stunde Vorsprung.
Die Fahrt rüber wird zur Butterfahrt, Eva ist fast nicht von der Pinne wegzubringen und Pinschi erweist sich als astreiner Deckshund. Ununterbrochen ist sie unterwegs, läuft über Deck und begutachtet, ob alles in Ordnung ist. Klar hat sie eine Schwimmweste an, aber sie ist völlig trittsicher.
In Medemblik liegen wir im Stadthafen, direkt vor dem Restaurant.
Es wird ein spektakulärer Festschmaus.
Evas isst ein perfektes Steak
und ich bekomme meine Fischmahlzeit
Die Rückfahrt beginnt sehr früh, wir müssen beide morgen arbeiten, aber der raume Wind treibt uns schnell rüber. Im Heeger Meer geraten wir mitten in eine Regatta.
Sonntag, 28. Mai 2017
Markermeer 22.5.17 - 28.5.17
Wie jedes Jahr droht irgendwann einmal unaufhaltsam mein Geburtstag und wie jedes Jahr verbringe ich den: weit weg.
Und arbeitnehmefreundlich, wie dieses Jahr 2017 nun mal ist, kann ich nur mit Hilfe meiner Überstunden eine Woche rausleiern, das Wetter ist brilliant.
Das Anlasserproblem hat sich in der Zwischenzeit nicht lösen lassen. Marine Olbermann in Köln, bei dem ich wegen eines Relais anfrage, kann gar nichts machen, solange sie nicht die Motornummer kennen. Und die ist nun mal am Motor. (Was Quatsch ist, das Relais ist seit Jahren unverändert)
Ich klappere die Werften und Motorreparaturberiebe in Sneek ab, aber auch die sehen sich außerstande. Ich bekomme nicht einmal ein olles, gebrauchtes Relais. Es könnte ja sein, dass das nicht funktioniert.
Allerdings verweist man mich an den Yamaha-Händler am Yachthafen Pyramide bei Stavoren.
Der hat das Relais zwar auch nicht auf Lager, kann es bis Mittwoch aber bestellen. Nach einiger Bedenkzeit stimme ich zu. Es scheint ihm peinlich zu sein, aber das Ding soll 139 Euro kosten (immerhin mit Mehrwertsteuer).
Selbiges bekäme man auch bei Amazon für 9,90 Euro.
Er fragt mich, ob ich denn sicher sei, dass das Relais defekt ist. Ich beschreibe ihm, was passiert, (Krchrchrchrchrchr....), und "Klick - Klack" beim Öffnen und Schließen an der Batterie.
Der Händler, dem der hohe Preis für das Relais sichtlich unangenehm ist, schüttelt den Kopf: In 10 Jahren hat er das relais genau einmal verkauft, das geht eigentlich nicht kaputt. Er tippt, wie ich, auf eine defekte Batterie. Hmmm. Wenn die Batterie aber intakt ist, soll ich mal die Kontakte checken. Alle Kontakte zwischen Batterie und Motor trennen, reinigen und dann noch mal probieren.
Ich versuche das mal, und der Motor startet im ersten Anlauf, als wenn nie was gewesen wäre. Ich führe ein 139 Euro Freudentänzchen auf und fahre durch die Schleuse Stavoren.
Im Vorhafen gibt es, ist mir noch nie augefallen, eine Anlegemöglichleit für 5 Nächte. Hier verbringe ich die Nacht.
Weiter geht es am nächsten Tag nach Enkhuisen. Hier übernachte ich mal wieder im Compagniehaven. Und ich besorge mir mein Geburtstagsgeschenk: Eine Schlupfjacke von Le Mousqueton.
Ich fahre nach Monnickendam. Bis zum letzten Moment halte ich es mir offen, ob ich rechts nach Monnickendam, oder links nach Marken fahren soll.
Beim Streunen durch die Stadt stoße ich auf den jüdischen Friedhof.
Ich fahre einmal um die Insel Marken, weiter nach Huisen, fast der südlichste Punkt des Markermeeres. Das Örtchen und die Schleuse sind nett, hauen mich aber nicht vom Sockel.
Ich verabrede mich mit Eva, die ich dann in Urk abholen werde und wir wollen dann gemeinsam nach Sneek fahren.
Im vergangenen Jahr wollte ich auf der Rückfahrt von Amsterdam auf der Insel Pampus halt machen, um das Unwetter abzuwarten. Diesmal laufen ich die Fortanlage bei schönstem Wetter an, ich finde im winzigen Hafen einen Platz und erkunde das Terrain. Die Videoführung gerät allerdings recht marzialisch, also breche ich bald wieder auf.
Ich gebe ein bisschen Gas, denn ich möchte heute noch durch die Schleuse Lelystadt und bis nach Urk.
Hier liege ich im Päckchen, der Hafen ist brechend voll. Ein Riesenrad steht da, ein Alleinuntehalter versucht sein bestes, gegen den Bierzeltlärm anzusingen und abends gibt es Feuerwerk. Was genau allerdings gefeiert wird, kann ich nicht in Erfahrung bringen.
Eva treffe ich morgens am Riesenrad, sie ist noch eine Laserregatta an der Blauwen Hand gesegelt (Sie war mal 24 Stunden lang Laserweltmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin bei einer Europameisterschaft. Hurrah!). Bei perfektem Wind segeln weiter, kaufen grillbares in Stavoren und übernachten auf der Kruizpole. Dann müssen wir ihr Auto abholen.
Dienstag, 2. Mai 2017
Kaputt 28.4.17 - 30.4.17
Es ist Frühling und es verspricht richtig warm zu werden. Mein Plan ist es, nach Medemblik zu fahren, und das Essen im Twee Schouwtjes nachzuholen, das ich letztes Jahr nicht mehr geschafft habe. Der arbeitnehmerfreundlich gelegene1. Mai an einem Montag kommt mit dabei sehr gelegen.
Irgendeine Ragatta läuft auf dem Heeger Meer immer und so so wird es ein bisschen abenteuerlich, meinen Weg durch das wuselige Geschehen zu finden.
Da ich keine andere Insel mit 1.60m Tiefgang erreichen kann, beschließe ich, mal wieder Grill auf der Kruizpole anzuwerfen. Als ich allerdings vor der Einfahrt den Motor starten will, höre ich statt des sonoren Brummens ein unangenehmes"Krchrchrchrchrchr....."
Eben lief er noch, dann geht nichts mehr. Er springt einfach nicht mehr an.
Ich bin ein Fan von Gebrauchsanleitungen und jetzt wird auch klar, wozu das Stück Bindfaden mit dem Plastikknebel gut ist, den ich seit drei Jahren von einer Kiste in die nächste Schublade verräume. Also Deckel runter, drei 10er Schrauben gelöst, den Bindfaden eingedröselt und ein paar Mal kräftig gezogen: Nichts.
Erst als ich die Zündung einschalte und den Leerlauf einlege, klappts. Sogar verblüffend leicht.
Ich tuckere also in die Lieblingsbucht, entzünde meinen Grill und lasse den Tag ausklingen.
Diese Startaktion allerdings bei 5 Btf Ostwind vor der Hafeneinfahrt Medemblik zu wiederholen, habe ich keine Lust.
Ich baue den Anlasser raus, der ist mein erster Verdächtiger. Ich schließe den direkt an den Strom an: "Sirrrrrrrrrrr" - Funktioniert also.
Mein zweiter Verdacht fällt auf das Anlasser-Magnetrelais: Ich baue ihn aus, schließe in an die Batterie an: "Klack" - Kontakt schließt. Weg von der Batterie: "Klick" - Kontakt öffnet. Funktioniert also auch: Ich bin ratlos.
Dritter Verdacht: Batterie: Ich denke mir das so: Wenn ich starten will, liegen die 12 Volt am Magnetschalter an: Das Relais schließt ("Klack"). Dann soll der stromfressende Anlasser ran, das schafft der Akku aber nicht, die Spannung sinkt, der Magnet öffnet sofort wieder. ("Klick"). Die Spannung steigt nun wieder an, das Relais schließt... und so weiter und so fort.
Also nehme ich die Batterie aus meinem Auto und schließe die an. "Krchrchrchrchrchr..." Es ist zum verzweifeln. Eine weitere Option fällt mir nicht ein, also mache ich mit anderen Sachen am Boot weiter:
Unter anderem schließe ich meine Funke an, d.h. mit der Strickleiter rauf in den Mast, runter vom Mast. Und es weht der Wind, und das Boot wackelt und ich habe eine neue Gleitsichtbrille. Deswegen traue ich mich auch nicht, zu fotografieren.
Und die Elektrik geht so gar nicht, aber ich hatte bislang keine Lust, mich darum zu kümmern.
Donnerstag, 23. März 2017
Frühling!!!!! 23.3.17 - 26.3.17
Einmal war ich dieses Jahr schon auf dem Boot, es war allerdings zu kalt oder zu windig um wirklich Spaß zu haben.
Ende März wird es allerdings angenehm warm. Und ich scharre mit den Hufen, also richte ich das Boot nach dem Winter nur oberflächlich her und fahre los.
Die Fahrt auf dem Heeger Meer verläuft sehr ruhig, mit schönem Rückenwind ist es sogar angenehm warm.
Ich laufe mal die anderen Inseln im Heeger Meer an. An der Langehoeckspole kann ich immerhin außen anlegen, aber in den Hafen kann ich nicht rein, ich bleibe stecken.
Bei der Rückfahrt Sonntag mittags stehe ich an der Brücke Uitweelingerga und staune nicht schlecht: rot-über-rot.
Die Brücke wird erst ab 1. April auch Sonntags geöffnet. Ich habe allerdings keine Alternative: Außen herum zu fahren um über Makkum-Bolsward hereinzufahren, ist mir zu weit, und am Ende weiß ich auch nicht, ob die Brücken Sonntags öffnen. Also suche ich mir einen Ankerplatz und gönne mir noch einen freien Tag.
Und sicher gibt es hässlichere Möglichkeiten, morgens aufzuwachen.
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